Tourist-Information und Stadtbücherei wieder geöffnet
Wanderkarten sind gefragt

Lengerich -

Nach wochenlanger Zwangspause haben Tourist-Information und Stadtbücherei wieder geöffnet. Sehr zur Freude der Kunden, wie Ronja Bücker und Kerstin Austrup berichten. Beide Einrichtungen sind im Alten Rathaus untergebracht.

Sonntag, 31.05.2020, 07:52 Uhr aktualisiert: 02.06.2020, 17:44 Uhr
Ronja Bücker von der Tourist-Information.
Ronja Bücker von der Tourist-Information. Foto: Michael Baar

An Freya Riesa kommt an diesem Morgen keiner vorbei. Die Mitarbeiterin der Tourist-Information im Alten Rathaus achtet penibel darauf, dass sich jeder Besucher die Hände desinfiziert. Anschließend notiert sie die Kontaktdaten. Erst dann ist der Weg frei zu Ronja Bücker , ihrer Kollegin in der Tourist-Information, oder Kerstin Austrup , die Leiterin der Stadtbücherei.

Eine Hürde für die Gäste? Alle drei schütteln den Kopf. „Die Leute freuen sich, dass wir wieder geöffnet haben“, erzählt Ronja Bücker. Überrannt worden sei die Tourist-Information nicht, lacht sie. Die Besucher seien relativ kontinuierlich gekommen, so dass die Obergrenze nicht ausgeschöpft worden sei. Waren in den ersten Tagen vornehmlich Lengericher im Alten Rathaus, „hat in den vergangenen Tagen die Zahl der auswärtigen Besucher langsam zugenommen“, berichtet sie im Gespräch mit den Westfälischen Nachrichten .

Kontinuierlicher Besucherstrom

Gerade Wanderwege seien gefragt, erkennt sie einen „Drang in die Natur“. Das Interesse an Fahrradtouren beziehungsweise entsprechendem Kartenmaterial halte da nicht mit. Einen Tipp für die Pfingsttage verkneift sich die Touristik-Fachfrau. Den Canyon würde sie nicht ansteuern, erwartet sie dort einen großen Zustrom. Und auch der Dyckerhoff-Rundwanderweg könnte nach ihrer Einschätzung viele Wanderfreunde anlocken. „Vielleicht einen Abschnitt der 100-Schlösser-Route radeln“, lässt sie sich nach hartnäckigem Drängen doch noch einen Tipp entlocken.

Die Leute verhalten sich sehr vernünftig.

Kerstin Austrup, Leiterin der Stadtbücherei

Kerstin Austrup hat derweil einen ganzen Stapel Bücher zurückgenommen. Die mussten einzeln unter der Trennscheibe durchgeschoben werden. Anders geht es nicht in Zeiten der Corona-Pandemie. „Die Leute verhalten sich sehr vernünftig“, zollt sie den Besuchern im Alten Rathaus ein dickes Lob. Stress wegen der langen Schließungszeit und der damit verbundenen verspäteten Rückgabe von Medien gibt es nicht. „Wir haben frühzeitig kommuniziert, dass die Rückgabefrist bis 31. Mai ausgedehnt worden ist.“

Gut angenommen wird nach ihren Worten die Möglichkeit, telefonisch Bücher zur Ausleihe zu bestellen und diese am nächsten Tag in der Bibliothek abzuholen. Die nächste Kundin schiebt einen Stapel CDs unter der Trennscheibe hindurch. „Hörbücher liegen im Trend“, sagt die Bibliothekarin.

Die Nachfrage nach Wanderkarten ist groß.

Ronja Bücker, Tourist-Information

„Angesagt bei den jüngsten Kunden sind die Tonies“, berichtet sie weiter. Einen verständnislosen Blick deutet sie richtig. „Das sind Figuren, die setzt man auf die Toniebox und schon werden Geschichten vorgelesen oder Lieder vorgesungen“, erläutert sie. Viel unempfindlicher als CDs, auch für kleine Kinder leicht zu handhaben – einfach die Figur auf die Box setzen – und mit inzwischen über 100 verschiedenen Geschichten sehr vielseitig aufgestellt.

Dass die Tonies in der Bücherei ein Renner sind, wundert Kerstin Austrup nicht angesichts eines Kaufpreises von rund 15 Euro für einen Tonie und bei über 100 Geschichten. „Dass kann sich doch kaum jemand leisten.“ Wie einfach die Handhabung ist, demonstriert sie an „Wickie und die starken Männer“. Figur aus der runden Verpackung holen und auf die Box setzen, dieser einen kleinen Klaps versetzen und schon geht‘s los: „Hey Wickie hey“. Die Figur nehme eine raue Behandlung nicht übel und die Box sei rundum gepolstert.

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