Römermarkt: Vierte Großveranstaltung steht auf der Kippe
„Eine Katastrophe für die WGL und den Einzelhandel“

Lengerich -

Arg gebeutelt werden die Werbegemeinschaft Lengerich und die Einzelhändler durch die Corona-Pandemie. Mit dem Römermarkt droht die vierte WGL-Großveranstaltung in diesem Jahr auszufallen. Hinzu kommen drei ausgefallene verkaufsoffene Sonntage, „die sich nicht nachholen lassen“, so WGL-Geschäftsführerin Heike Denter.

Mittwoch, 24.06.2020, 12:33 Uhr aktualisiert: 24.06.2020, 12:50 Uhr
So, wie auf diesem Bild aus dem vergangenen Jahr, hätte es auch am Samstag auf dem Rathausplatz aussehen sollen: Emporgereckte Hände, um bei der Knackfrosch-Aktion die Bälle zu fangen.
So, wie auf diesem Bild aus dem vergangenen Jahr, hätte es auch am Samstag auf dem Rathausplatz aussehen sollen: Emporgereckte Hände, um bei der Knackfrosch-Aktion die Bälle zu fangen. Foto: Michael Baar

Mit dem Römermarkt wird in diesem Jahr die vierte Großveranstaltung der Werbegemeinschaft Lengerich (WGL) ausfallen. Offiziell ist das noch nicht. „Wir warten auf die Verordnung“, erläutert Heike Denter . Aber nach dem gemeinsamen Beschluss von Bund und Ländern am vergangenen Mittwoch, Großveranstaltung mit mehr als 1000 Personen bis Ende Oktober zu untersagen, glaubt sie nicht mehr an ein buntes Treiben in der Innenstadt am Sonntag, 10. Oktober.

Auf die Verordnung ist die WGL angewiesen. „Würden wir jetzt den Römermarkt absagen, wären wir gegenüber Teilnehmern regresspflichtig“, nennt die Geschäftsführerin der Werbegemeinschaft den Grund, warum auf die offizielle Nachricht, in diesem Fall aus Düsseldorf, gewartet wird. Sobald die vorliegt, kann sich die WGL auf höhere Gewalt berufen. Eine Formalität, ohne die es nicht geht. Schließlich sei die Werbegemeinschaft finanziell nicht auf Rosen gebettet.

Dass die Corona-Verhaltensregeln einzuhalten sind, „daran gibt es überhaupt keinen Zweifel“, betont sie im Telefonat mit den WN. Die in Zusammenhang mit dem Großveranstaltungsverbot genannten Möglichkeiten, dennoch so etwas auf die Beine zu stellen, hält sie für den Römermarkt nicht umsetzbar. „Wer soll kontrollieren, ob der Mindestabstand von 1,50 Meter eingehalten wird?“, greift sie eine Frage auf mit Blick auf Tausende Besucher, die in den vergangenen Jahren die Innenstadt geflutet haben. Das Flair eines solchen Events ginge verloren. „Das sind lockere Veranstaltungen“, bezieht sie ausdrücklich den Lengericher Lenz, den Holländischen Markt und das Brunnenfest mit ein.

Ein herber Schlag ist der Ausfall der großen Veranstaltungen in diesem Jahr durch die Corona-Pandemie. „Für die WGL und speziell für die Einzelhändler ist das eine Katastrophe“, nimmt sie kein Blatt vor den Mund. Drei ausgefallene verkaufsoffene Sonntag ließen sich nicht nachholen.

Für alle Großveranstaltungen sind die Vorbereitungen direkt nach dem Event im vergangenen Jahr angelaufen. „Das Brunnenfest stand, was die vielen Vereine betrifft, die sich einbringen, wie auch die Profis für die abendliche Partymeile“, beschreibt sie den Aufwand. Sie hofft, dass der nicht völlig für die Katz‘ gewesen ist. „Wir sind in Gesprächen mit den Künstlern und Händlern, für die es im Moment ja auch eine sehr schwere Zeit ist“, setzt Heike Denter im Gespräch mit den Westfälischen Nachrichten darauf, dass sich das Programm für die in diesem Jahr geplante 30. Auflage des Stadtfestes aufs nächste Jahr übertragen lässt. Auch mit den Akteuren der anderen Großveranstaltungen ist sie in Kontakt.

Bleibt noch der Krippenmarkt am ersten Adventswochenende. „Ich hoffe es sehr, dass der stattfinden kann“, sagt die WGL-Geschäftsführerin. Aber so wirklich daran glauben „mag ich nicht“. Ohne einen Impfstoff gegen Covid-19 sieht sie wenig Chancen auf die Durchführung am ersten Adventswochenende. Sollte von Seiten der Politik grünes Licht für derartige Veranstaltungen kommen, „sind wir bereit, wenn man uns lässt“.

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