Virtuelle Messe bei Windmöller & Hölscher
2000 Besucher aus aller Welt

Lengerich -

Messen sind wichtige Termine für die Verpackungsindustrie. Da sowohl die interpack wie die drupa ins nächste Jahr verschoben wurden, hat der Lengericher Maschinenbauer Windmöller & Hölscher einen neuen Weg beschritten, um mit den Kunden in Kontakt zu bleiben: eine virtuelle Hausmesse. Vom Erfolg ist das Familienunternehmen überrascht worden.

Dienstag, 30.06.2020, 13:14 Uhr
Ein achtköpfiges Kamerateam sorgt dafür, dass die Besucher der virtuellen EXPO des Familienunternehmens Windmöller & Hölscher die Maschinen bei Live-Vorführungen hautnah erleben können.
Ein achtköpfiges Kamerateam sorgt dafür, dass die Besucher der virtuellen EXPO des Familienunternehmens Windmöller & Hölscher die Maschinen bei Live-Vorführungen hautnah erleben können. Foto: W & H

Messen sind traditionell der Treffpunkt jeder Branche – durch die Corona-Pandemie entfällt in diesem Jahr dieser wichtige Austauschort. Gleich zwei Leitmessen in Düsseldorf, interpack und drupa, wurden nach Angaben des Lengericher Maschinenbauers Windmöller & Hölscher (W & H) in das nächste Jahr verschoben. „Uns war klar, dass wir neue Wege finden müssen, um mit unseren Kunden in Kontakt zu bleiben und unsere Neuheiten zu präsentieren“, sagt W & H- Vorstandschef Dr. Jürgen Vutz .

Innerhalb von sechs Wochen bereitete das Familienunternehmen ein digitales Live-Event vor. An zwei Tagen schalteten sich jetzt Besucher aus aller Welt live in das Technologiezentrum des Maschinenbauers. „Viele unserer Produktneuheiten beinhalten ebenfalls Softwareprodukte, von daher passt eine digitale Präsentation sehr gut“, erklärt Technologievorstand Dr. Falco Paepenmüller.

Zwei Druckmaschinen liefen während der virtuellen Messe live. Ein achtköpfiges Filmteam fing die Highlights der Maschine ein, Einblendungen im Video erklärten technische Details. Auf dem Programm standen außerdem acht Webinare, in denen W & H-Experten die Produktneuheiten erklärten. Dafür hat das Unternehmen die Räume der hauseigenen Academy in Übertragungsstudios umgewandelt.

„Uns war es wichtig, den Charakter der Messe zu erhalten: Live und mit viel persönlichem Austausch“, erklärt Vertriebsvorstand Peter Steinbeck . Um die Kunden aus aller Welt zu erreichen, wurde das gesamte Programm dreimal täglich wiederholt. Automatisch generierte Untertitel zu den englischen Beiträgen erleichterten das Verständnis.

Auf die Frage, ob auch nach Corona digitale Kommunikationswege bevorzugt werden, antwortet Steinbeck: „Wir werden die positiven Aspekte auf jeden Fall beibehalten. Wir haben in den vergangenen Monaten mehr digital gemacht als wir vorher für möglich gehalten haben: Von Verkaufsgesprächen über Maschinenvorführungen bis zu Serviceeinsätzen.“ In der Zukunft sieht er einen guten Mix aus digitalen und Vor-Ort-Begegnungen. „Videomeetings sind schneller und reduzieren Reisen. Bei persönlichen Treffen lässt sich besser Vertrauen aufbauen, das sehr wichtig in der Kundenbeziehung ist. Beides hat seine Berechtigung.“

Mit dem Verlauf der Messe ist das Familienunternehmen laut Pressemitteilung sehr zufrieden. Jürgen Vutz zieht ein Resümee: „Zu einer normalen Expo besuchen rund 1000 Kunden den Hauptsitz. Bei der digitalen Messe hatten wir mehr als 2000 Besucher aus der ganzen Welt – und das ganz ohne Reise“.

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