Glasfaserausbau in Außenbereichen abgeschlossen
Schnelles Netz kommt schnell

Lengerich/Lienen/Ladbergen/Tecklenburg -

Damit in den Außenbereichen der vier Kommunen ein Glasfasernetz verlegt werden kann, haben sich einst Lengerich, Ladbergen, Lienen und Tecklenburg zusammengetan. Mit im Boot waren außerdem noch die Stadtwerke und deren Tochter Teutel. Nun ist das Millionen-Vorhaben abgeschlossen worden.

Dienstag, 07.07.2020, 17:26 Uhr
Die Bürgermeister rollen symbolisch die letzten Trommeln beiseite und freuen sich über den erreichten Meilenstein (von links): Wilhelm Möhrke (Lengerich), Arne Strietelmeier (Lienen), Martin Schnitzler (SWL-und Teutel-Geschäftsführer), Stefan Streit (Tecklenburg), Ralf Becker (SWL-Geschäftsführer) und Udo Decker-König (Ladbergen).
Die Bürgermeister rollen symbolisch die letzten Trommeln beiseite und freuen sich über den erreichten Meilenstein (von links): Wilhelm Möhrke (Lengerich), Arne Strietelmeier (Lienen), Martin Schnitzler (SWL-und Teutel-Geschäftsführer), Stefan Streit (Tecklenburg), Ralf Becker (SWL-Geschäftsführer) und Udo Decker-König (Ladbergen). Foto: Stadtwerke

Funklöcher, langsame Internetverbindungen, schwache Netze und keine verlässlichen Bandbreiten: Wer in Deutschland auf dem Land lebt, bekommt die digitale Zweiklassengesellschaft oft mit voller Wucht zu spüren. So wie Klaudia Lübke . Lange hat die Werbefachfrau aus Lienen auf schnelles Internet warten müssen. Seit September 2018 kann sie endlich surfen, streamen, Daten empfangen und versenden so viel sie möchte. Möglich gemacht haben es die Stadtwerke Lengerich (SWL) und deren 2014 gegründetes Tochterunternehmen der Teutel. Klaudia Lübke gehört zu jenen in den Außenbereichen in Lienen, Lengerich, Ladbergen und Tecklenburg, die in den vergangenen gut zwei Jahren einen Glasfaseranschluss bekommen haben. Der ermöglicht nach Angaben der Teutel Geschwindigkeiten von bis zu 1000 Megabit pro Sekunde. Das Vorhaben ist nun abgeschlossen worden.

Während der Glasfaseranteil beim Breitbandausbau in Deutschland derzeit laut SWL-Pressemitteilung nur etwa 3,6 Prozent beträgt, hat das Team um Stadtwerke-Geschäftsführer Martin Schnitzler nicht nur Glasfaser direkt in die Häuser und Wohnungen, sondern auch in die gesamte Fläche gebracht. Die Gemeinden Ladbergen und Lienen sind inzwischen im Innen- wie im Außenbereich voll erschlossen. Das heißt: Jeder, der die schnelle Glasfasertechnologie möchte – ob im Zentrum des Ortes oder in einer Bauerschaft –, kann den Anschluss beauftragen. Auch in Tecklenburg und Lengerich können alle Kunden im Außenbereich vom schnellen Internetanschluss profitieren. Das Gesamtvolumen des Glasfaserausbaus im Innen- und Außenbereich aller vier Kommunen betrug 85 Millionen Euro, wovon 40 Millionen Euro als Fördersumme von Bund und Land zur Verfügung gestellt wurden.

Stephan Albers, Geschäftsführer des Bundesverbandes für Breitbandkommunikation (Breko), lobt: „Es ist richtungsweisend, dass die Stadtwerke Lengerich es als eines der ersten Stadtwerke geschafft haben, ihr Versorgungsgebiet flächendeckend sowohl eigenwirtschaftlich als auch gefördert zu erschließen. Hierzu gratulieren wir.“ Für die Bürgermeister der vier Kommunen bedeutet der Ausbau des Glasfasernetzes, Bürgern und Unternehmen die notwendige Infrastruktur zur Verfügung zu stellen und damit die Weiterentwicklung der Kommunen voranzutreiben „Ein Erfolg, der auf Weitsicht, Mut, Integrationskraft und intelligenten Lösungen fußt“, sind sich die Bürgermeister – Wilhelm Möhrke für Lengerich, Stefan Streit für Tecklenburg, Arne Strietelmeier für Lienen und Udo Decker-König für Ladbergen – einig. Gemeinsam sprechen sie von „einem Meilenstein und einem der wichtigsten Infrastrukturprojekte in der Region im 21. Jahrhundert“.

Die Idee und die dazugehörige Lösung zum Ausbau der Glasfasernetze stammt von SWL-Geschäftsführer Martin Schnitzler, seiner Mannschaft und der Teutel und ist getragen von der Erkenntnis „Nur Glasfasernetze sichern die Wettbewerbsfähigkeit von Kommunen, die sich mit der Infrastruktur Glasfaser wirtschaftlich unabhängiger machen können.“ Die Gründung der Teutel GmbH 2014 legte die Basis für den Ausbau; die vier Kommunen gründeten dann die Teutoburger Planungs- und Dienstleistungsgesellschaft (TPDG) und bewarben sich über diese Kooperation erfolgreich für Fördergelder, um den Glasfaserausbau in den Außenbereichen zu finanzieren.

Die Kommunen stellten zeitgleich Weichen für den Netzausbau. Partner an ihrer Seite waren die Teutel sowie zeitweise bis zu sechs Tiefbaufirmen, die mit über 20 Kolonnen im Einsatz waren, um das Netz zu bauen. SWL-Geschäftsführer Martin Schnitzler sagt: „Mein Dank geht an alle Beteiligten, die kommunalen Vertreter, Firmen und insbesondere die Mitarbeiter der SWL, die mit großer Leidenschaft und einem unendlich hohem Engagement den Erfolg der SWL gesichert haben – selbst dann, wenn der Wind von vorne kam. Darauf bin ich sehr stolz.“

Ein Einsatz, der sich für die Stadtwerke offenbar auszahlt: Sie hat sich mit dem Glasfaserausbau und dem Betrieb der Netze ein neues Geschäftsfeld eröffnet und den Kundenstamm seit Projektbeginn eigenen Angaben zufolge deutlich ausgebaut. Martin Schnitzler sagt: „Derzeit beliefern wir mehr als 6000 Kunden und damit die Hälfte aller Haushalte im Versorgungsgebiet. Weitere 1500 Kunden werden in diesen Tagen an das Glasfasernetz angeschlossen. Bis 2022 wollen wir 11 000 Kunden an das schnelle Glasfasernetz angeschlossen haben.“ Weiter betont er, dass in den Außenbereichen der vier Kommunen mehr als 80 Prozent der Kunden an das Glasfasernetz angeschlossen sind. So wie Klaudia Lübke. Sie hat die Chance als eine der ersten genutzt.

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