EPS: Stadt bei Aktion des Kreises nicht dabei
Wenig Punkte auf Lengericher Gebiet

Lengerich -

Der Kreis zeigt im Internet eine Karte mit Sichtungen von Eichenprozessionsspinnern. Auf Lengericher Gebiet ist davon wenig zu sehen – obwohl auch dort die Raupen aktiv sind.

Donnerstag, 09.07.2020, 17:42 Uhr aktualisiert: 15.07.2020, 16:32 Uhr
Wegen der Eichenprozessionsspinner-Raupen hängen vielerorts wieder Warnhinweise.
Wegen der Eichenprozessionsspinner-Raupen hängen vielerorts wieder Warnhinweise. Foto: dpa

Die sechs roten Punkte fallen ziemlich auf, denn drumherum finden sich vor allem blaue, ein paar grüne und ein oranger. Die unterschiedlichen Farben geben auf der Karte vom Kreis Steinfurt Auskunft über Sichtungen von Eichenprozessionsspinnern (EPS). Nimmt man sie als Basis für eine aktuelle Zustandsbeschreibung, scheint es in Lengerich nur sehr wenige der Raupen zu geben, die durch ihre Brennhaare beim Menschen erhebliche gesundheitliche Probleme verursachen können. Doch so einfach ist die Sache keineswegs.

Die sechs roten Punkte auf Lengericher Gebiet – einer befindet sich an der Buddenkuhle auf der Grenze zu Ladbergen – besagen laut Legende, dass es sich um neue Meldungen handelt beziehungsweise keine nähere Information vorliegen. Ganz anders das Bild in Lienen. Rund 50 Markierungen finden sich dort, allesamt blau. Das heißt „Benachrichtigung ist erfolgt“. Und noch mehr sind es in Ladbergen, wo es neben vielen blauen Punkten auch reichlich grüne gibt, was bedeutet, dass ein Eichenprozessionsspinner-Nest beseitigt worden ist. In einem Fall (orange) lautet die Botschaft „Nest gesichert“.

Ähnlich wenig Meldungen wie für Lengerich, nämlich fünf, liegen laut Karte für Tecklenburg vor. Deren Status lautet wie in den meisten Fällen „Benachrichtigung ist erfolgt“.

Warum Lengerich so rar und nur mit roten Punkten vertreten ist, lässt sich einfach erklären: Die Stadt ist eine von sieben Kommunen im Kreis, die sich an der Karten-Aktion nicht beteiligt. In der Verwaltung verlässt man sich auf das eigene System. Das, so Heike Schubert vom Fachdienst Bauen, Planen und Umwelt, „läuft gut“. Zum einen ist ein Kontrolleur der Stadt regelmäßig unterwegs, zum anderen können sich Bürger melden, wenn sie Nester sehen (E-Mail eps@lengerich.de). Zeitnah würden die dann von einem lokalen Fachbetrieb entfernt. Aktuell seien die Zahlen aber niedriger als 2019 und 2018, schätzt sie.

Ob das mit dem nass-kühlen Wetter zusammenhängt? „Die Tierchen sind nach wie vor da“, stellt Schubert unmissverständlich fest, sieht aber gleichwohl keinen Grund, sich Sorgen zu machen. Dort, wo Warnschilder zu finden sind – rund 60 seien in Lengerich in den vergangenen Wochen aufgehängt worden, hinzu kommen noch einige alte –, sollten Bürger achtsam sein und gegebenenfalls einen Bogen um Nester machen. Aber deshalb beispielsweise einen Wanderweg nicht zu nutzen, hielte Schubert für übertrieben. Sie erinnert daran, dass es die Raupen „schon immer gab, nur eben nicht in der Menge“.

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