Streit um Mundschutzpflicht
Fahrgast attackiert Busfahrer

Tecklenburger Land -

Menschen, die im Bus keinen Mund-Nasenschutz tragen wollen, das kommt auch in Bussen der Regionalverkehr Münsterland vor, die einen großen Teil des Personennahverkehrs im Tecklenburger Land bedient. „Es handelt sich hierbei jedoch um Einzelfälle“, sagt RVM-Sprecher Björn Lindner.

Sonntag, 26.07.2020, 16:38 Uhr aktualisiert: 27.07.2020, 16:14 Uhr
In diesem Bus wurde der Fahrer bei einem Halt in Rheine von einem Fahrgast beschimpft, bespuckt und angegriffen
In diesem Bus wurde der Fahrer bei einem Halt in Rheine von einem Fahrgast beschimpft, bespuckt und angegriffen Foto: Anne Steven

Beleidigt, angespuckt, attackiert – all das ist einem Busfahrer eines privaten Busunternehmens jetzt in Rheine passiert. Und nur, weil ein Fahrgast keine Mund-Nasen-Maske tragen wollte.

Menschen, die keine Maske tragen wollen, gibt es aber nicht nur in Rheine. Auch für die hiesige Regionalverkehr Münsterland GmbH sind solche Vorkommnisse nichts gänzlich Unbekanntes. „Ja, dies ist auch in Bussen der RVM vorgekommen. Es handelt sich hierbei jedoch um Einzelfälle“, sagt ihr für den Kreis Steinfurt zuständiger Sprecher Björn Lindner .

Der Umfang solcher Verfehlungen sei zahlenmäßig allerdings überschaubar. „Es kommt hin und wieder einmal vor, dass Fahrgäste keine Maske tragen“, so Lindner weiter. „Das Fahrpersonal weist die Fahrgäste auf die Maskenpflicht im ÖPNV hin, dies geschieht persönlich oder auch über eine Lautsprecherdurchsage. In nahezu allen Fällen setzen die Fahrgäste dann auch eine Maske auf.“ In einigen Fällen habe aber auch schon die Polizei hinzugezogen werden müssen. Lindner: „Das ist aber glücklicherweise die Ausnahme.“

Generell sei der Umgang mit der Maske bei den Passagieren der RVM sehr ernsthaft, so Lindner. „Die Fahrgäste akzeptieren die Maskenpflicht im ÖPNV. Natürlich gab es bereits Situationen, in denen Fahrgäste keine Maske beim Einstieg getragen haben. Diese Situationen konnten größtenteils von anderen Fahrgästen und dem Fahrpersonal einvernehmlich gelöst werden.“ Ersatzmasken, so der RVM-Sprecher weiter, halte das Unternehmen in seinen Bussen indes nicht vor.

Die RVM versucht natürlich, ihre Fahrer auch auf Konfliktsituationen vorzubereiten. „Das Fahrpersonal durchläuft in Rahmen des Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetzes diverse Module, die dazu dienen die Sicherheit im Straßenverkehr durch die Vermittlung tätigkeitsbezogener Fertigkeiten und Kenntnisse zu erhöhen. Eines dieser Module befasst sich dabei mit dem Thema Kundenzufriedenheit und Deeskalationstraining“, so Lindner.

Die Fahrer müssten keinen Mund-Nasen-Schutz tragen – sofern eine Trennscheibe im Bus eingebaut ist. „Ist das nicht der Fall“, so Lindner, seien die ersten beiden Sitzreihen abgesperrt, sodass der Mindestabstand eingehalten wird. In den Bussen, die mit einer Trennscheibe ausgestattet sind, könnten Fahrgäste auch wieder vorne einsteigen und ein Ticket beim Fahrpersonal kaufen.

Dass die Polizei in einen Bus gerufen werde, komme vor, sei aber eine absolute Seltenheit. „Im Kreis sind es ein bis zwei Fälle pro Monat, also minimal bei monatlich rund 760 000 Fahrgästen, die sich aus verkauften Tickets ergeben“, so Lindner. Wenn die Polizei gerufen werden müsse, handele es sich in der Regel um Fahrgäste, die kein oder kein gültiges Ticket haben. „Seit Corona wurde die Polizei auch wegen der Weigerung, eine Maske im Bus zu tragen, gerufen.“

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