Über 1000 Bürger beziehen Mindestsicherungsleistungen
Bei Hartz IV ist der Trend rückläufig

Lengerich -

Mindestsicherungsleistungen ist ein sperriger Begriff. Darunter versteht man staatliche Transferzahlungen wie beispielsweise das Arbeitslosengeld II oder finanzielle Hilfen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. In Lengerich profitierten davon im vergangenen Jahr insgesamt 1624 Menschen.

Donnerstag, 30.07.2020, 16:14 Uhr aktualisiert: 04.08.2020, 14:56 Uhr
Kinder erhalten proportional öfter Mindestsicherungsleistungen als Erwachsene.
Kinder erhalten proportional öfter Mindestsicherungsleistungen als Erwachsene. Foto: dpa

Die Zahl der Menschen in Lengerich, die sogenannte Mindestsicherungsleistungen beziehen, war 2019 so niedrig wie seit 2012 nicht mehr. 1624 Menschen bekamen derartige finanzielle Unterstützung durch den Staat.

Der Großteil – 1021 Bürger der Stadt – erhielt Arbeitslosengeld II (Hartz IV). Laut der Zahlen vom statistischen Landesamt ist das der niedrigste Wert der vergangenen neun Jahre. 2015 gab es in Lengerich noch 1251 Hartz IV-Empfänger.

Die zweitgrößte Gruppe unter den Beziehern von Mindestsicherungsleistungen sind die Menschen, die eine Grundsicherung im Alter oder bei Erwerbsminderung bekommen. Also beispielsweise Senioren, die eine Rente erhalten, die nicht zur Deckung des Lebensunterhaltes reicht. Dieser Personenkreis ist in Lengerich tendenziell gewachsen – von 317 im Jahr 2011 auf 440 im Jahr 2017. 2018 war es dann ebenso wie 2019 431.

Geld, das nach dem Asylbewerberleistungsgesetz ausgezahlt wird, gehört ebenfalls zu den Mindestsicherungsleistungen. Seit 2011 stieg die Zahl der Personen, die ein Anrecht auf diese Unterstützung haben, bis 2017 nahezu durchgehend von 34 auf 192 an, danach sank sie zunächst auf 151 (2018) und schließlich auf 112 (2019).

Schließlich gibt es noch jene, die Anrecht auf eine laufende Hilfe zum Lebensunterhalt haben. Das kann unter anderem der Fall sein, wenn jemand vorübergehend erwerbsunfähig ist. Auch dieser Personenkreis ist in Lengerich tendenziell größer geworden. 2011 gab es lediglich 24 Bezieher, 2019 waren es 60.

Gemessen an der Gesamtbevölkerung haben im vergangenen Jahr 7,2 Prozent aller Lengericher Mindestsicherungsleistungen bezogen. In den vergangenen neun Jahren gab es lediglich 2011 (6,5 Prozent) und 2012 (7,1 Prozent) niedrigere Werte.

Bei Kindern und Jugendlichen (unter 18) ergibt sich ein anderes Bild: 2019 erhielten 10,2 Prozent Mindestsicherungsleistungen. Den höchsten Wert der vergangenen neun Jahr verzeichnen die Landesstatistiker 2015 mit 13,3 Prozent, den niedrigsten 2011 mit 8,4 Prozent.

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