Zwei ungewöhnliche Exponate fürs Feldbahnmuseum
Grubenlok und Sprengstoffwagen

Lengerich -

Eigentlich befassen sich die Eisenbahnfreunde in ihrem Feldbahnmuseum nur mit Schienenfahrzeugen, die oberirdisch unterwegs gewesen sind. Aber wenn die Chance besteht, eine ehemalige Elektro-Grubenlok samt Sprengstoff-Transportwagen zu übernehmen, wird nicht lange gezögert.

Montag, 10.08.2020, 17:22 Uhr aktualisiert: 11.08.2020, 18:32 Uhr
Knapp 90 Jahre hat die Elektro-Grubenlok auf dem Buckel. Zusammen mit einem Sprengstoff-Transportwagen steht sie jetzt im Feldbahnmuseum Lengerich.
Knapp 90 Jahre hat die Elektro-Grubenlok auf dem Buckel. Zusammen mit einem Sprengstoff-Transportwagen steht sie jetzt im Feldbahnmuseum Lengerich. Foto: Eisenbahnfreunde

Zwei Fahrzeug-Neuzugänge werden im Lengericher Feldbahnmuseum an den ehemaligen Kohlebergbau im Tecklenburger Land erinnern.

Es handelt sich dabei um die Fragmente einer fast 90 Jahre alten Gruben-Elektrolokomotive und einen Sprengstoff-Transportwagen, die jüngst von der RAG Anthrazit Ibbenbüren übernommen wurden. Obwohl die Lok schon vor einigen Jahren ihrer zwei Motoren, des Stromabnehmers und anderer Teile beraubt worden ist, stellt sie noch immer ein imposantes Fahrzeug dar, geht aus dem Bericht der Eisenbahnfreunde hervor.

Da Sie über keinerlei Typen- oder Fabrikschilder verfügt, glaubten die Eisenbahnhistoriker zunächst, dass es sich um eine Kriegs-Elektro-Lok, Typ 6 (KEL 6) von Anfang bis Mitte der 1940er Jahre handelt. Inzwischen sind jedoch historische Dokumente aufgetaucht, die Licht ins Dunkel bringen: Es ist der Vorläufer der KEL 6, eine NG 381 mit der Fabriknummer 3047, die 1932 bei den Siemens-Schuckert Werken in Berlin gebaut worden ist.

Ursprünglich eingesetzt war sie auf der dritten Sohle im Ostfeld der Ibbenbürener Zeche, auf der die Kohleförderung allerdings schon vor Jahrzehnten eingestellt worden ist. Dennoch hat die Lok bis heute überlebt. Der Plan der Eisenbahnfreunde ist, sie im Übernahmezustand zu konservieren und, wenn möglich, zumindest optisch wieder zu vervollständigen.

Noch komplett ist hingegen der feuerrote Sprengstoffwagen, einer von ursprünglich zehn Stück, der am Nordschacht dem Transport von jeweils zwei Paletten des explosiven Materials von Übertage in die Tiefe diente. Große Entfernungen musste er dabei nicht überwinden, denn unten angekommen wurden die Sprengstoffkisten auf eine Hängebahn umgeladen, um zu den Bedarfsstellen transportiert zu werden.

Auch wenn das Lengericher Museum den Schwerpunkt auf die Übertage fahrenden Feldbahnen legt, so sind die Aktiven froh darüber, mit diesen und einigen schon früher übernommenen Grubenwagen dem Bergbau im Tecklenburger Land ein würdiges Denkmal setzen zu können.

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