Verein „Offensive Lengerich“ erinnert an Ronald Jones, den Erschaffer des Jones-Garten
Ein Ort der Stille und Schönheit

Lengerich -

Im Rahmen der Skulptur-Biennale Münsterland entstand 2001 der Jones-Garten am Südhang des Teutoburger Waldes. Geschaffen wurde er vom Amerikaner Ronald Jones, der dort mit Bürgern der Stadt und Patienten der LWL-Klinik einen Paradiesgarten schaffen wollte. Jetzt ist der Architekt in den USA verstorben.

Dienstag, 18.08.2020, 19:12 Uhr aktualisiert: 19.08.2020, 18:30 Uhr
Architekt Ronald Jones war nach Lengerich gekommen, um mit Bürgern der Stadt und Patienten der LWL-Klinik einen Paradiesgarten zu schaffen.
Architekt Ronald Jones war nach Lengerich gekommen, um mit Bürgern der Stadt und Patienten der LWL-Klinik einen Paradiesgarten zu schaffen. Foto: Detlef Dowidat

„Besucher des lauschigen Idylls reiben sich vor allem im Sommer verwundert die Augen: Neben knorrigen Apfelbäumen, knotigen Disteln, Zaunwicken, Heckenrosenbüschen und einem Potpourri aus anderen kunterbunt miteinander wachsenden Pflanzen lassen sich dann auch stattliche Bananenstauden und eine Unmenge an Schmetterlingen erblicken. In der Mitte des Gartens lädt ein idyllischer Teich mit sprudelndem Brunnenstein und mehreren Bänken zum Verweilen ein. Auch ein seitlich stehendes Türmchen – eine über eine Treppe zu besteigende aussichtsreiche Stahlskulptur – ist Teil des wilden und gleichzeitig urgemütlichen Gartens. Beschriftungen der Pflanzen oder die Beete begrenzende Strukturen, wie sie in ähnlich angelegten Gartenstrukturen vorkommen, sucht man hier vergebens – sie wären nicht im Sinne ihres legendären Architekten.“

Na, schon entdeckt, um welchen Garten es sich hier handelt? Klar, werden viele richtigerweise sagen: um den Jones-Garten. Er ist eines der ersten Großprojekte des Vereins „Offensive Lengerich“. 2001 wurde die grüne Oase im Rahmen der Skulptur-Biennale Münsterland geschaffen. Bei dem Architekten und Namensgeber handelt es sich um den amerikanischen Künstler Ronald Jones . Die obige Passage ist entnommen aus dem Buch „111 Orte im Teutoburger Wald, die man gesehen haben muss“ von Ingo Stock.

Ronald Jones ist vor einem Jahr, am 9. August 2019, im Alter von 67 Jahren in den USA verstorben. Eine Nachricht, die erst jetzt in Lengerich bekannt wurde. „Das bedaure ich sehr. Ich habe ihn als einen sehr angenehmen kommunikativen Menschen kennengelernt, der nicht abgehoben war und keine Starallüren hatte“, erzählt Lengerichs Bürgermeister Wilhelm Möhrke , der 2001 als damaliger Vorsitzender der „Offensive“ maßgeblich dazu beigetragen hat, dass Lengerich an der Skulptur-Biennale teilnehmen konnte. „Die Offensive hat die Startgebühr bezahlt“, so Möhrke. Er hat seinerzeit gute Kontakte mit Ronald Jones gepflegt. Daraus wurde später die Idee eines Gartens für Kinder geboren, angedacht im Bereich der Obstwiesen auf dem Gelände der LWL-Klinik. Jones hatte damals signalisiert, auf Grund seiner guten Kontakte zur US-amerikanischen Weltraumbehörde Nasa Monderde für das Projekt zu besorgen. Die Idee konnte nicht verwirklicht werden. „Schade, das wäre sicherlich auch eine tolle Sache geworden“, bemerkt Wilhelm Möhrke, für den Ronald Jones unvergessen bleibt.

Der Gartenkünstler ging bei der Umsetzung des Projekts auf der Anhöhe des Kleeberg-Geländes der Idee nach, einen Paradiesgarten zu schaffen. Er gestaltete das kleine Terrain zusammen mit Patienten der LWL-Klinik und Lengericher Bürgern als lebendiges Gemeinschaftswerk. In diesem Garten wurden mehrere Einzelentwürfe von Patienten der psychiatrischen Klinik, des evangelischen Krankenhauses und den Lengericher Bürgern zusammengeführt. So entstand ein Ort, an dem die Menschen mit allen Sinnen ihre Umgebung wahrnehmen und ihrer Seele einen wohltuenden Raum geben können. „Den Jones-Garten als Ort der Stille, Schönheit, Freude, Entspannung und des Gedenkens erleben und dabei erfahren, wie dieser Ort eine Vorstellung vom ,Paradies‘ vermittelt“, bemerkte Ronald Jones einst zu seinem Werk.

Der Jones-Garten ist das erste Projekt des Lengericher Skulpturenparks mit seinen vielfältigen Projekten. Das jüngste Objekt ist der Hortensia-Garden auf dem alten LWL-Friedhofsgelände. Im Jahr des 25-jährigen Bestehens der „Offensive“ in diesem Jahr war angedacht, das Gelände am Kleeberg um eine weitere Skulptur zu bereichern. Das ist, wie alle angedachten Festivitäten, aufgrund der Corona-Pandemie erst einmal verschoben.

Neben dem Jones-Garten sind die vielen anderen Projekte der „Offensive“ in einer umfangreichen Bilderausstellung im Kunstraum 3, Bahnhofstraße 3, noch in dieser Woche am Mittwoch und am Samstag, jeweils von 10 bis 12 Uhr, zu sehen. Zudem sind die Projekte in dem Jubiläumsbuch „Ein Bürgerverein wird 25 Jahre“ mit vielen Bildern nachzulesen. Das Buch gibt es zum Preis von 15 Euro in der Tourist-Information im Alten Rathaus, in der Buchhandlung Feldmann an der Münsterstraße, im Fotohaus Kiepker in der Bahnhofstraße sowie zu den Öffnungszeiten in der Ausstellung im Kunstraum 3.

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