Steuerpflichtig oder nicht?
Tipps vom Finanzamt für Azubis

Tecklenburger Land -

Müssen Auszubildende Steuern zahlen und eine Steuererklärung abgeben? Antworten auf diese und viele weitere Fragen gibt das Finanzamt Ibbenbüren, zuständig fürs Tecklenburger Land.

Dienstag, 25.08.2020, 19:44 Uhr aktualisiert: 25.08.2020, 20:09 Uhr
Michael Spielmann, Vorsteher des Finanzamtes Ibbenbüren.
Michael Spielmann, Vorsteher des Finanzamtes Ibbenbüren. Foto: FA Ibbenbüren

Für viele Schulabgänger beginnt in diesen Wochen das Berufsleben. Mit dem ersten eigenen Gehalt kommen nicht selten Fragen rund um das Thema Steuern auf. Müssen auch Auszubildende Steuern zahlen? Ab welchem Betrag? Worauf ist zu achten? Michael Spielmann , Leiter des Finanzamts Ibbenbüren, gibt Antworten und Tipps.

„Grundsätzlich müssen auch Auszubildende Steuern zahlen“, sagt der Fachmann. In der Praxis sei es jedoch so, dass insbesondere im ersten Ausbildungsjahr häufig noch gar keine Steuern anfallen. Ein lediger Auszubildender darf derzeit monatlich bis zu 1080 Euro verdienen, bevor Lohnsteuer fällig wird. Für Verheiratete oder Auszubildende mit Kindern sind die Freibeträge noch höher. Wenn ein Auszubildender so viel verdient, dass er Steuern zahlen muss, behält der Arbeitgeber die Beträge ein und überweist sie unmittelbar an das Finanzamt.

Eine separate Steuererklärung müssen Auszubildende in der Regel nicht abgeben. „Es kann sich für Auszubildende lohnen, nach Ablauf des Kalenderjahres eine Einkommensteuererklärung beim Finanzamt einzureichen, um eine Steuererstattung zu erhalten“, so Spielmann. Denn auch Auszubildende können in ihrer Steuererklärung insbesondere beruflich veranlasste Ausgaben geltend machen. Diese sogenannten Werbungskosten können zum Beispiel Fahrtkosten zur Ausbildungsstätte und zur Berufsschule, Bewerbungskosten oder Aufwendungen für Fachliteratur sein.

Doch es gibt auch Situationen, in denen man zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet ist. Beispielsweise können sich Auszubildende erhöhte Werbungskosten, wie Fahrtkosten im Rahmen der Ausbildung, bereits im Vorfeld eintragen lassen. Dann wird monatlich weniger Lohnsteuer vom Arbeitgeber einbehalten. Dafür ist jedoch zwingend eine Einkommensteuererklärung abzugeben.

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