Planungsausschuss votiert für Neuregelung
Weg zum Schottergarten wird steiniger

Lengerich -

Vielerorts stehen Schottergärten in der Kritik. In Lengerich dürfte das nun zu Konsequenzen führen. Der Planungsausschuss folgte am Donnerstag einem Vorschlag der Verwaltung. Der könnte dazu führen, dass mancher Bauherr künftig wohl genau überlegen wird, ob er auf eine solche Gestaltung seines Grundstückes setzt.

Freitag, 28.08.2020, 19:24 Uhr
Verboten werden Kies- und Schottergärten in Lengerich nicht. Aber es wird Bauherren von Verwaltung und Politik künftig wohl schwerer gemacht, sie anzulegen.
Verboten werden Kies- und Schottergärten in Lengerich nicht. Aber es wird Bauherren von Verwaltung und Politik künftig wohl schwerer gemacht, sie anzulegen. Foto: Dieter Huge sive Huwe

Lengericher, die mit dem Gedanken spielen, sich einen Kies- oder Schottergarten anzulegen, werden sich das in Zukunft vielleicht noch einmal überlegen. Der Planungsausschuss hat am Donnerstagabend mit großer Mehrheit dafür gestimmt, „dass bei zukünftigen Bebauungsplänen und -änderungen durch eine entsprechende verbindliche Klarstellung geregelt wird, dass Kies- und Schotterflächen bei der Ermittlung des Maßes der baulichen Nutzung miteingerechnet werden müssen“. Zudem soll sich die Verwaltung verpflichten, Bürger bei Bauberatungen über das Thema zu informieren.

Sollte der Rat dieser Linie folgen – was zu erwarten ist –, würde das für künftige Bauherren, die partout einen Kiesgarten anlegen wollen, bedeuten, dass sie weniger Platz für Haus, Garage und sonstige Nebenanlagen haben. Denn die Fläche, die mit Schotter oder Kies bedeckt wird, würde von der bebaubaren Grundstücksfläche abgezogen.

Den am Donnerstag verabschiedeten Beschluss hatte die Verwaltung erarbeitet, nachdem das Thema in vorangegangenen Sitzungen des Ausschusses mehrfach zur Sprache gekommen war.

Auf Nachfrage von Simone Telljohann (SPD) stellte Frank Lammert, Beigeordneter der Stadt, klar, dass mit dieser Regelung nicht gesagt werde, dass es sich bei Schotter- und Kiesgärten um versiegelte Flächen handelt. Sie würden bei der Ermittlung des Maßes der baulichen Nutzung nur wie solche behandelt.

Auch in Nachbarkommunen wird über Schotter- und Kiesgärten teils heftig diskutiert. In Lienen zeichnet sich ab, dass ein Vorstoß des Bündnisses für Ökologie und Demokratie, diese Form der Grundstücksgestaltung in neuen Baugebieten zu verbieten, scheitern wird. In Ladbergen war im September 2019 im Planungsausschuss beschlossen worden, dass bei der Aufstellung und Änderung von Bebauungsplänen eine „naturnahe Gartengestaltung festgesetzt“ werden sollte. Bestehende Schotter- und Steingärten sollten Bestandsschutz haben. In der folgenden Ratssitzung im Oktober wurde der Punkt dann jedoch auf Antrag der FDP und mit Unterstützung der CDU von der Tagesordnung genommen. Ein Arbeitskreis sollte noch einmal über das Thema beraten.

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