Landgerichts-Prozess wegen tödlicher Messerstecherei
Umfassende Anklage gegen 37 Jahre alten Lengericher vorgestellt

Lengerich/Münster -

Bei einer Messerstecherei Anfang März in Lengerich ist ein 55 Jahre alter Ibbenbürener ums Lebens gekommen. Das Landgericht hat jetzt das Verfahren gegen eine 37-Jährigen Lengericher eröffnet, der den Mann erstochen haben soll.

Montag, 31.08.2020, 14:42 Uhr aktualisiert: 31.08.2020, 16:19 Uhr
In einem Mehrfamilienhaus an der Schultebeyringstraße soll es am Abend des 1. März zu einer Auseinandersetzung zwischen zwei Männern gekommen sein. Dabei kam ein Mensch ums Leben. Die Umstände dazu sind jetzt Gegenstand eines Gerichtsverfahrens. Foto:
In einem Mehrfamilienhaus an der Schultebeyringstraße soll es am Abend des 1. März zu einer Auseinandersetzung zwischen zwei Männern gekommen sein. Dabei kam ein Mensch ums Leben. Die Umstände dazu sind jetzt Gegenstand eines Gerichtsverfahrens. Foto: Foto: Jens Keblat

Mit einer kurzen Sitzung hat am Montag der Prozess gegen einen 37-jährigen Mann aus Lengerich vor dem Landgericht Münster begonnen. Lediglich die Anklageschrift wurde in dem zehnminütigen Auftakt vorgelesen, bevor der Vorsitzende Richter die Sitzung planmäßig beendete.

Laut Anklageschrift soll der Lengericher am Abend des 1. März einen 55-jährigen Ibbenbürener in einer Lengericher Wohnung erstochen haben (wir berichteten). In Anwesenheit des Wohnungsmieters und eines weiteren Zeugen soll der mutmaßliche Täter das Opfer mit einem in der Spüle liegenden Steakmesser attackiert und mehrfach auf ihn eingestochen haben, als dieses ahnungslos in der Küche saß und ein Bier trank. Durch die Messerstiche wurden beide Herzkammern getroffen, sodass der Ibbenbürener letztlich verblutet sei.

Bei der Polizei gestellt

Nachdem das Messer schließlich abgebrochen sei, habe der Angeklagte weiter auf das am Boden liegende Opfer eingetreten, unter anderem gegen dessen Kopf.

Die beiden anderen anwesenden Männer hätten zwar versucht einzugreifen, seien vom Angeklagten allerdings zur Seite gestoßen worden. Im Anschluss an die Tat soll er die Wohnung verlassen haben. Kurz daraufhin stellte er sich aber bei der Polizei mit der Angabe, er sei in eine Messerstecherei verwickelt gewesen.

Angeklagter will sich zur Tat äußern

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeklagte zum Tatzeitpunkt unter einer akuten paranoiden Psychose litt und daher schuldunfähig war, weshalb die Vertreterin der Anklage die Unterbringung des Lengerichers in einem psychia­trischen Krankenhaus beantragt hat.

Der Prozess wird am 22. September fortgesetzt. Der Anwalt des Angeklagten hat bei der Eröffnung des Verfahrens bereits zugesichert, dass sein Mandant sich dann auch zur Tat äußern wolle.

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