Werbegemeinschaft fällt schwere Entscheidung
Krippenmarkt fällt aus

Lengerich -

Die Entscheidung war irgendwie zu erwarten: Der Krippenmarkt wird abgesagt. Durch die Corona-Pandemie seien zu viele Auflagen notwendig gewesen. Das wäre sehr aufwendig gewesen, hätte letztlich aber auch Standbetreibern und Besuchern „keinen Spaß mehr“ gemacht.

Mittwoch, 02.09.2020, 17:24 Uhr aktualisiert: 03.09.2020, 17:55 Uhr
Kein Budendorf wird es am ersten Adventswochenende auf dem Rathausplatz und rund um die Stadtkirche geben.
Kein Budendorf wird es am ersten Adventswochenende auf dem Rathausplatz und rund um die Stadtkirche geben. Foto: Mareike Stratmann

In Lengerich wird es in diesem Jahr keinen Krippenmarkt geben. Die Werbegemeinschaft Lengerich (WGL) hat entschieden, dass die corona-bedingten Auflagen und Einschränkungen zu gravierend sind. Das teilte am Mittwoch im Gespräch mit den WN Heike Denter mit, die für die WGL bei der Veranstaltung die organisatorischen Fäden in der Hand hält. Betroffen von der Absage ist auch die Kunstgewerbeausstellung in der Stadtsparkasse. Noch nicht entschieden ist hingegen, ob es am ersten Adventswochenende die Krippenausstellung in der Stadtkirche geben wird. Dafür verantwortlich ist die Offensive Lengerich in Zusammenarbeit mit der evangelischen Kirchengemeinde.

Heike Denter begründete das Aus für den Krippenmarkt 2020 mit den Vorgaben der am Dienstag in Kraft getretenen überarbeiteten Corona-Verordnung des Landes. Die besagt unter anderem, dass Großveranstaltungen in NRW bis zum 31. Dezember untersagt sind. Für den Krippenmarkt, so die WGL-Verantwortliche, hätte das beispielsweise die komplette Einfriedung des Areals rund um die Stadtkirche bedeutet. Für Besucher wären Ein- und Ausgänge eingerichtet worden, an denen die Zahl der Gäste genau zu kontrollieren gewesen wäre. Bei dem zur Verfügung stehenden Platz hätten zeitgleich nur etwa 100 Menschen die Stände auf dem Krippenmarkt aufsuchen können, erklärte Denter. Bei Einhaltung des Mindestabstands von 1,5 Metern und mit Mund-Nasen-Schutz. Und das notwendige Hygienekonzept hätte vorab vom Kreis genehmigt werden müssen. All diese „Vorgaben können wir nicht erfüllen“, stellte sie klar, fügte aber zugleich hinzu, dass es nicht einfach gewesen sei, eine solche Entscheidung zu treffen. Aber: „Es würde den Leuten auch keinen Spaß machen.“

Zudem, führte Heike Denter weiter aus, wäre das Ausrichten des Krippenmarkts dem Einzelhandel kaum zu vermitteln. Denn das Einzäunen hätte zugleich bedeutet, dass die Fußgängerzone in einem Teilbereich der Altstadt gar nicht oder kaum zu passieren wäre.

Die Vereine und Gruppen, die sich am Krippenmarkt hätten beteiligen wollen, seien bereits am Dienstag über das Aus informiert worden.

Denter schaute bei ihren Erläuterungen auch noch auf die Gesamtdimensionen: Mit der Absage des Krippenmarktes steht fest, dass es in diesem Jahr in Lengerich kein Volksfest und keinen der großen Märkte geben wird. Das sei, bei allem Verständnis für die Entscheidungen von Politik und Behörden, für den Einzelhandel und auch die Bürger „katastrophal“.

Bleibt die Hoffnung auf die Krippenausstellung. Nach den Worten von Detlef Dowidat will die Offensive in der kommenden Woche darüber diskutieren, ob zusammen mit der Kirchengemeinde die Arbeit an einem Hygienekonzept aufgenommen werden soll. Bis Mitte September werde dann voraussichtlich die Entscheidung fallen, ob die Ausstellung stattfinden kann oder nicht, erklärte der stellvertretende Vorsitzende der Offensive.

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