Unikat eröffnet an neuer Adresse in der Bahnhofstraße
Bewegte Zeiten für einen besonderen Laden

Lengerich -

Lengerich hat wieder ein Unikat. Nachdem das Geschäft an der Münsterstraße Ende vergangenen Jahres geschlossen worden war, gibt es nun – von einem gleichnamigen Verein getragen – einen neuen Laden an der Bahnhofstraße.

Mittwoch, 02.09.2020, 17:32 Uhr
Im Ladenlokal an der Bahnhofstraße 18 ist jetzt das Unikat zu finden.
Im Ladenlokal an der Bahnhofstraße 18 ist jetzt das Unikat zu finden. Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

Hinter dem Lengericher Unikat liegen bewegte 15 Monate. Im April 2019 wurde das zehnjährige Bestehen im Laden an der Münsterstraße gefeiert. Im November verkündete die Reha GmbH das Aus für das Projekt, das Menschen mit seelischen Erkrankungen eine Beschäftigung bot und für manche auch wohl zu einer Art zweiter Heimat wurde. Im Februar 2020 gründete sich der Verein Unikat mit dem Ziel, an neuer Adresse wieder ein Geschäft ähnlich dem alten zu eröffnen. Das ist nun gelungen. Am Dienstag war der Start, und viele Besucher kamen zum ehemaligen Geschäftshaus Jasper in die Bahnhofstraße 18.

Dort wartete um die Vereinsvorsitzende Sylvia Mathäa ein ganzes Team auf die „Premierengäste“. Unter denen war unter anderem Bürgermeister Wilhelm Möhrke , der sich hörbar freute, dass es das Unikat wieder gibt und dass in einem zuvor leerstehenden innerstädtischen Ladenlokal wieder Leben eingezogen ist. Er sei „überrascht und begeistert“ vom Geleisteten und sehe es als „mehr als ein Geschenk für die Stadt“ an.

Große Worte, nun wird sich zeigen müssen, ob sich die Hoffnungen der Unikat-Aktiven erfüllen. Geschafft haben sie in wenigen Monaten bereits viel. Als „Gewaltakt“ beschrieb Sylvia Mathäa die Renovierung und den Einzug. Innerhalb von vier Wochen gelang es, in den meisten Bereichen ein schönes Ambiente zu schaffen. Unter anderem gibt es einen kleinen Raum, der als Café genutzt werden soll. Andernorts wartet hingegen noch Arbeit, etwa in der Kreativwerkstatt.

Eins zu Eins das alte Unikat wird es an der Bahnhofstraße ohnehin nicht geben. Hochwertige Secondhand-Kleidung, Bügelservice, Nähwerkstatt und die hauseigene Herstellung von Deko und Schmuck aus Holz und altem Silberbesteck wecken natürlich Erinnerungen. Aber manches ist neu, und manches Neue wird wohl auch noch kommen. Sylvia Mathäa spricht von einer Findungsphase, in der man sich noch befinde. Kaffee und Tee soll es auf jeden Fall nicht nur in besagtem kleinen Zimmer geben, sondern auch hinter dem Haus in einem kleinen Garten serviert werden. Dort werden auch Gartenskulpturen präsentiert. Sie gehören wie Marmelade von der Sternschnuppe Kinderkrebshilfe und Kinderkleidung von drei Frauen aus Tecklenburg zu einem Sortiment lokaler Produkte.

Neben rund 15 Ehrenamtlichen gibt es momentan zwei Brückenjoberinnen im Unikat. Dabei solle es selbstverständlich nicht bleiben, so die Vereinsvorsitzende. Entsprechende Gespräche mit dem Paritätischen Wohlfahrtsverband – unter dessen Dach ist nun auch das Unikat –, den Alexianern und auch der Reha GmbH liefen bereits. Sie hoffe, so Sylvia Mathäa zu den Gästen am ersten Tag, dass das Unikat wieder Zuverdienstmöglichkeiten anbieten kann. Es wäre wohl der wichtigste Baustein im gesamten Konzept.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7563840?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F175%2F
Nachrichten-Ticker