Rat will sich intensiv mit dem Thema Canyon befassen
„Uraltes Problem“ wird angegangen

Mittwoch, 09.09.2020, 18:43 Uhr
Der innere Bereich des Canyons ist Naturschutzgebiet und darf nicht betreten werden. Darüber haben sich in den vergangenen Wochen und Monaten viele Besucher hinweggesetzt.
Der innere Bereich des Canyons ist Naturschutzgebiet und darf nicht betreten werden. Darüber haben sich in den vergangenen Wochen und Monaten viele Besucher hinweggesetzt. Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

Konkret hatten die Sozialdemokraten in ihrem Schreiben vom 24. August vorgeschlagen, dass vier Wochen lang täglich kontrolliert werden sollte. Den Einwand von Kerstin Glindmeyer (FDP), dass es dafür nun eher der falsche Zeitpunkt sei, weil sich die Lage mit dem Ende der Sommerferien „etwas entspannt“ habe, ließ SPD-Fraktionschef Andreas Kuhn unumwunden gelten. Und er betonte auch, dass seine Fraktion den Canyon nicht allein als Problem sehe, sondern auch die damit verbundenen Entwicklungsmöglichkeiten. Gleichwohl sei es unerlässlich, dass die Stadt als „allgemeine Ordnungsbehörde Recht durchsetzt“.

Auch für Klaus Reiher, Vorsitzender der CDU-Fraktion, steht außer Frage: „Wir müssen uns um den Canyon kümmern.“ Es handele sich um eine „uraltes Problem“, das nie richtig gelöst worden sei. Kerstin Glindmeyer warnte indes davor, das Rad zu überdrehen, wenn es um künftige Kontroll- und Schutzmaßnahmen geht. Denn das „zarte Pflänzchen Tourismus“, das nun in Lengerich wachse, dürfe man „nicht plattmachen“.

Bürgermeister Wilhelm Möhrke erinnerte den Rat daran, dass innerhalb des Naturschutzgebietes der Kreis zuständig sei. Zudem stellte er klar, dass, sollten künftig mehr Kontrollen als bislang vom Rat eingefordert werden, die Stadt dafür Personal einstellen müsste. Dazu hatte Andreas Kuhn zuvor jedoch schon festgestellt, dass die SPD , anders als der Kreis (WN berichteten), davon ausgehe, dass die entstehenden Kosten durch die zu erzielenden Einnahmen gedeckt werden können.

Möhrke sagte weiter, dass sich die Stadt sowohl mit dem Kreis als auch mit der Nachbargemeinde Tecklenburg über die Situation rund um den Canyon austausche. Klar ist für Möhrke unter anderem, dass es mehr Parkplätze geben muss. Allerdings werde es eine „Herausforderung sein, etwas grundlegend zu verändern.

Den zunächst von Kerstin Glindmeyer während der Debatte geäußerten Gedanken, die gesamte Thematik in ein Tourismuskonzept für Lengerich einfließen zu lassen, griff Anne Engelhardt (Bündnis 90/Die Grünen) auf. Sie betonte, dass es „interkommunal“ zusammen mit Kreis und Tecklenburg in Angriff genommen werden sollte. Gedanken, mit denen sich Andreas Kuhn bestens anfreunden konnte, denn, so der Sozialdemokrat, „ein Tourismuskonzept fordern wir auch in unserem Wahlkampfprogramm“. Eine Aussage, die so auch von Klaus Reiher für die CDU hätte kommen können. Denn alle Ratsparteien betonen, dass es erforderlich sei, ein solches Programm zu entwickeln.

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