28-Jähriger soll auf A1 bewusst Unfall herbeigeführt haben
Wegen einer Vollbremsung vor Gericht

Mittwoch, 16.09.2020, 17:25 Uhr aktualisiert: 18.09.2020, 17:37 Uhr

Die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen ein, weil der Polizei das Verhalten des jungen Mannes am Unfallort merkwürdig erschien. Der Flüchtling aus Syrien machte sich demnach aufgrund seiner ersten Aussagen verdächtig. Ob es sich hierbei um sprachliche Missverständnisse oder ein vorsätzliches Tun handelte, versuchte das Gericht in der Beweisaufnahme am Dienstag zu klären.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, „dass der Verdächtige mutwillig ein Hindernis bereitet hat, um einen Unfall herbeizuführen.“ Dieser Straftatbestand ist mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren, in minderschweren Fällen einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren zu ahnden.

Durch seinen Anwalt ließ der Mann zu Beginn eine Erklärung verlesen. Darin wies er alle Anschuldigungen zurück und bestritt, einen Vorsatz gehabt zu haben. Die Vollbremsung, die er zugab, begründete er mit einer Panikreaktion, weil ein auf der rechten Spur fahrender Lkw plötzlich auf seine Spur gewechselt habe. Obwohl der Verteidiger verkündet hatte, dass sein Mandant keine weiteren Aussagen machen würde, gelang es dem Richter durch weitere Fragen, sich ein genaueres Bild von dem Syrer zu machen. Schwierigkeiten bereiteten dabei allerdings dessen offenbar nur rudimentäre Deutschkenntnisse. Selbst mit Dolmetscherin waren viele Aussagen widersprüchlich und unverständlich.

Auch die Befragung der ersten Zeugen verlief schleppend, teilweise ebenfalls aufgrund von Sprachproblemen. Nur in einem Punkt glichen sich alle Schilderungen. Keiner will gesehen haben, dass der besagte Lastwagen seine Fahrspur verlassen hat.

Die Verhandlung soll am 9. Oktober fortgesetzt werden.

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