Heute ist Tag der Glücksspielsucht
Meistens fängt es ganz harmlos an

Lengerich/Tecklenburger Land -

Von einem fließenden Übergang vom problematischen Spiel zur Glücksspielsucht spricht das Team der Beratungsstelle des Diakonischen Werks im Kirchenkreis Tecklenburg. Die Fachleute geben am Tag der Glücksspielsucht (30. September) Hinweise für Betroffene und Angehörige.

Mittwoch, 30.09.2020, 11:30 Uhr aktualisiert: 30.09.2020, 16:55 Uhr
Das Team der Suchtberatung im Beratungszentrum Lengerich des Diakonischen Werks.
Das Team der Suchtberatung im Beratungszentrum Lengerich des Diakonischen Werks. Foto: Diakonie

Im vergangenen Jahr haben knapp 38 Prozent der Bevölkerung an einer Form des Glücksspiels teilgenommen. Die beliebtesten Glücksspiele sind Lotto 6 aus 49 und Eurojackpot – Hilfe suchen jedoch vor allem Menschen, die an Geld- und Glücksspielautomaten in Gaststätten und Spielbanken spielen oder an Live-Sportwetten teilnehmen.

So ist das Risiko von pathologischem, also süchtigem Spielen, bei Nutzern von Geldspielautomaten in Spielbanken und Gaststätten gegenüber anderen Glücksspielarten um das Sechsfache erhöht. Anlässlich des Aktionstags gegen Glücksspielsucht am heutigen Mittwoch will die Beratungsstelle Sucht des Diakonischen Werks im Evangelischen Kirchenkreis Tecklenburg auf die Problematik der Glücksspielsucht hinweisen.

Laut einer Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung haben im vergangenen Jahr etwa 229 000 Personen in Deutschland ein problematisches Spielverhalten und 200 000 Personen sogar ein pathologisches Spielverhalten aufgewiesen. „Die Übergänge vom problematische Spiel zur Glücksspielsucht sind dabei fließend“, berichtet Katharina Jasper-Steinke von der Beratungsstelle Sucht.

Die Spielsucht beginnt meist harmlos, ein Gewinn löse gute Gefühle aus und die Aussicht auf einen schnellen Gewinn sei verlockend. Einige Personen spielten jedoch öfter und länger, als sie eigentlich vorhätten und setzten mehr Geld ein, als sie sich leisten können. „Schnell drehen sich die Gedanken nur noch um das Spiel, durch die hohen Spielverluste entstehen Unruhe und Wut – das sind die ersten Anzeichen dafür, dass das Spielen zur Sucht wird“, erklärt Katharina Jas­per-Steinke.

Doch das Spiel müsse weitergehen in der Hoffnung, das verlorene Geld zurückzugewinnen. Es folgten Frust und Verzweiflung, Betroffene spielten heimlich und liehen sich Geld. Die Familie, der Beruf und die Freunde verlören zunehmend an Bedeutung. Auch Angehörige und Freunde der Betroffenen würden stark unter der Suchterkrankung leiden, heißt es in einer Pressemitteilung der Beratungsstelle.

„Plötzlich fehlt das Geld für wichtige Anschaffungen der Familie und die finanziellen Probleme führen zunehmend zu Konflikten. Versprechen werden zunehmend nicht eingehalten, nach und nach verlieren Angehörige das Vertrauen und es schmerzt zu erleben, wie ein geliebter Mensch die Kontrolle über sein Leben verliert“, beschreibt die Expertin die Entwicklung, die zur Sucht führe.

In dieser Situation sei es wichtig, über die Probleme zu sprechen: Manchmal könne ein offenes Gespräch mit einer vertrauten Person ausreichend sein, in einigen Fällen seien die Betroffenen jedoch auf professionelle Hilfe angewiesen. Diese bieten die Mitarbeitenden der Beratungsstelle Sucht an der Stettiner Straße 25. Sie hören zu und leiten, wenn gewünscht, weitere Unterstützungsmöglichkeiten wie die Teilnahme an einer ambulanten oder stationären Therapie ein oder vermitteln in Selbsthilfegruppen. Darauf weist das Diakonische Werk hin.

Die Beratungsstelle Sucht ist zu erreichen unter  0 54 81/305-42 80, E-Mail suchtberatung@dw-te.de

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