Prozess gegen 36-jährigen Lengericher
„Befehl von Stimmen im Kopf“

Lengerich/Münster -

Mit dem Bericht eines Sachverständigen ist unter Ausschluss der Öffentlichkeit der Prozess gegen einen 36 Jahre alten Lengericher am Donnerstag fortgesetzt worden. Ihm wird zur Last gelegt, am 1. März in der Wohnung eines Bekannten einen 55 Jahre alten Mann aus Ibbenbüren erstochen zu haben.

Donnerstag, 01.10.2020, 10:33 Uhr aktualisiert: 01.10.2020, 12:54 Uhr
In diesem Mehrfamilienhaus an der Schultebeyringstraße soll es am Abend des 1. März zu einer Auseinandersetzung zwischen einem Drogendealer und -käufer gekommen sein. Dabei kam eine Person ums Leben.
In diesem Mehrfamilienhaus an der Schultebeyringstraße soll es am Abend des 1. März zu einer Auseinandersetzung zwischen einem Drogendealer und -käufer gekommen sein. Dabei kam eine Person ums Leben. Foto: Jens Keblat

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit hat die Zweite Große Strafkammer am Landgericht Münster das Gutachten des Sachverständigen gehört. Dieser erläuterte die psychische Entwicklung eines 36 Jahre alten Lengerichers, der am 1. März in der Wohnung eines Bekannten an der Schultebeyringstraße einen 55 Jahre alten Ibbenbürener erstochen haben soll. Die Kammer hatte zuvor einem Antrag der Verteidigung stattgegeben.

Der Vorsitzende Richter betonte in der Begründung, der Angeklagte habe sich umfangreich öffentlich zu dem Tathergang eingelassen. Zudem hätten weitere Zeugen das Geschehen in öffentlicher Verhandlung dargestellt. Zum Schutz des Angeklagten sei es deshalb nicht notwendig, etwaige psychische Störungen öffentlich zu erörtern.

Zu Beginn des Verhandlungstages hatte ein 46 Jahre alter Mitgefangener eine Auseinandersetzung in der Gemeinschaftszelle geschildert. Demnach hat der Angeklagte offenbar grundlos einen weiteren Mithäftling ins Gesicht geschlagen. „Der ist wie ein Berserker auf den Mann losgegangen“, sagte der Zeuge. Der Angeklagte habe erst aufgehört, als das Wachpersonal gekommen sei, dass der Zeuge über die „Alarmampel“ gerufen habe. „Da war alles voller Blut.“

Der Lengericher räumte die Schläge ein, die ihm von „Stimmen im Kopf und Geistern“ befohlen worden sein sollen, „sonst hätte der mich geschlagen.“ Der Verteidiger verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass er bereits am 6. März für seinen Mandanten die vorläufige Unterbringung in einer psychiatrischen Einrichtung beantragt habe.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7610994?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F175%2F
Nachrichten-Ticker