Pro Teuto will Rest-Buchenwald schützen
Eilantrag soll Abholzung stoppen

Lengerich -

Die Bürgerinitiative Pro Teuto hat sich ans Umweltministerium in Düsseldorf gewandt. Mit einem Eilantrag will sie die Rodung von Buchwaldflächen im Steinbruch Höste durch die Firma Dyckerhoff stoppen.

Samstag, 03.10.2020, 13:17 Uhr aktualisiert: 04.10.2020, 16:26 Uhr
Nach Angaben der Bürgerinitiative plant die Firma Dyckerhoff den kompletten Kahlschlag im Steinbruch Höste.
Nach Angaben der Bürgerinitiative plant die Firma Dyckerhoff den kompletten Kahlschlag im Steinbruch Höste. Foto: Pro Teuto

Die Bürgerinitiative Pro Teuto hat nach eigenen Angaben in einem Eilantrag das Umweltministerium NRW aufgefordert, die verbliebenen fünf Hektar Buchenwaldfläche der 1999 genehmigten Abbaufläche im Steinbruch Höste einstweilig vor einer Rodung zu schützen.

Hintergrund des Eilantrages der Bürgerinitiative ist laut Pressemitteilung der Antrag der Firma Dyckerhoff vom Dezember 2019, die bis 2027 befristete Abbaugenehmigung für den westlichen Teil des Steinbruchs Höste zu entfristen und dort weit über das Jahr 2027 hinaus Kalk abzubauen.

Trotz der beabsichtigten Verlängerung des Abbauzeitraumes erkläre die Firma, voraussichtlich bis spätestens 2021 – je nach Abbaufortschritt – den gesamten Waldbestand der 1999 genehmigten Abbaufläche roden zu wollen. Dies widerspricht aus Sicht der Bürgerinitiative sowohl den Bestimmungen der gültigen Abbaugenehmigung hinsichtlich der Auflagen zum Betriebsablauf als auch der Auflagen zur Kompensation.

Der Genehmigungsbescheid der Abgrabung lässt eine Rodung der Flächen nur in Einzelschritten, je nach Abbaufortschritt, zu. War nach Angaben der Firma 2019 noch nahezu der gesamte zehn Hektar große Antragsbereich „unverritzt“ – also bewaldet und unaufgeschlossen – soll jetzt innerhalb von zwei Jahren die Gesamtfläche trotz der beantragten Verlängerung des Abbaus in einem Zuge gerodet werden, schreibt Pro Teuto in einer Pressemitteilung.

Zudem ist die vollständige Wirksamkeit der 1999 auferlegten Kompensationsmaßnahmen aus Sicht der Bürgerinitiative nicht gegeben und dadurch die Qualität des umgebenden FFH-Gebietes in Gefahr. Im Hinblick auf den infolge der Trockenheit sehr schlechten Waldzustand wäre die vorzeitige Rodung ein vermeidbarer schwerer Eingriff für den Teutoburger Wald.

Dass nun vor einer endgültigen Entscheidung über den Entfristungsantrag bereits die Gesamtfläche zur Abholzung ansteht, ist für Pro Teuto völlig unverständlich. Die Bürgerinitiative bittet die Umweltministerin daher, die über das betrieblich notwendige Maß hinausgehenden Rodungen zu stoppen und dafür zu sorgen, dass die Genehmigungsauflagen eingehalten werden.

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