Crossover-Konzert in der Stadtkirche
Kleine Inseln des Glücks

Lengerich -

Musikalische Vielfalt, gepaart mit tänzerischen Darbietungen. Das Crossover-Konzert in der Stadtkirche bot kleine Inseln des Glücks für die Besucher.

Montag, 05.10.2020, 19:26 Uhr aktualisiert: 06.10.2020, 16:48 Uhr
Der Jugendchor der Stadtkirche, das Streicherensemble der Musikschule und Solisten trugen zu einem beeindruckenden Crossover-Konzert bei.
Der Jugendchor der Stadtkirche, das Streicherensemble der Musikschule und Solisten trugen zu einem beeindruckenden Crossover-Konzert bei. Foto: Sunhild Salaschek

„Ich schließe meine Augen und kann sehen. Wir können in einer Welt leben, die wir gestalten. Eine Million Träume für die Welt, die wir schaffen werden.“ So schallte es am Sonntag – Corona-bedingt – aus 14 Kehlen in der evangelischen Stadtkirche. Der Song „A Million Dreams“ (aus The Greatest Showman von Justin Paul ) war der Leitgedanke des wunderbaren Crossover-Konzerts der Musikschule Tecklenburger Land in der Reihe „Musik schlägt Brücken“ in Kooperation mit der Stadtkirche und der Tanzschule DanceART Lengerich.

„Allein das Zustandekommen und das Corona-bedingt reduzierte, dafür aber doppelt interessierte Publikum zeigt, dass es sich gelohnt hat, durchzuhalten“, meinte der musikalische Hausherr, Christoph Henzelmann, bei der Begrüßung mit Blick auf die vielen der Pandemie geschuldeten Schwierigkeiten. Ihm schloss sich die Musikschulleiterin Stefanie Bloch mit vielseitigen Danksagungen an. Aufgrund der hervorragenden Zusammenarbeit aller Beteiligten präsentierte sie ein ausgezeichnetes Konzert, durch dessen Programm sie führte.

Von Beginn an regten nicht nur die Texte der Songs an, die vom Jugendchor der evangelischen Stadtkirche vorgetragen wurden. Ebenso ergreifend war die musikalische Ausdrucksstärke der Sängerinnen und des hervorragend aufeinander abgestimmten Streicherensembles der Musikschule unter der Leitung von Marzena Helgert. Es spielte nicht nur einfühlsam mit dem Chor gemeinsam (Schindler‘s Liste), es ergaben sich auch immer wieder inhaltliche Bezüge – und das trotz des weiten Brückenschlages von der Renaissance bis hin zu Filmmusiken heutiger Tage. So korrespondierten neben vielen anderen Stücken Nachdenklichkeit mit Zuversicht („Laudamus te“ von Antonio Vivaldi). Einen zeitlichen und emotionalen Mittelweg bot das Konzert in h-moll von Oskar Rieding (1846-1918).

Für die Harmonisierung des aufgewühlten Gemüts sorgten zahlreiche Solo-Einlagen. Dabei stellte sich Stefanie Bloch mit „Gabriel’s Oboe“ aus „The Mission“ von Ennio Morricone solistisch überzeugend vor.

Von Trauer und Hoffnung zeugten die beiden jugendlichen Tanzensembles „L(engerich)-Motion“ und „Contemporary“ (zeitgenössisch) (beide unter der Leitung von Maike Recker) bei „Stay“ von Chad Lawson und „Una Mattia“ aus „Ziemlich beste Freunde“ von Ludovico Enaudi. Ihre gekonnte Körpersprache harmonierte perfekt mit der ebenso ausdrucksstarken Musik.

Nach dieser eher bewegungsorientierten Darbietung forderten die Sieben Gesänge aus „Les Miserables“ (nach Viktor Hugo) von Claude-Michel Schönberg und Herbert Kretzmer wieder die volle musikalische Aufmerksamkeit der Sängerinnen und des Publikums, ehe eine ermutigende Zugabe nochmals alle Musizierenden zusammenführte.

Ein besinnlicher Abend mit Brückenschlägen zu kleinen Inseln des Glücks.

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