Unfallserie in Lengerich und Lienen
44-Jährige in forensischer Klinik

Lengerich/Lienen -

Dringender Tatverdacht des Mordes in Tateinheit mit gefährlichem Eingriff in den Straßenverkehr. Das wirft die Staatsanwaltschaft einer 44-jährigen Lengericherin vor, die am 27. September in Lengerich und Lienen eine Unfallserie verursacht hat. Dabei ist ein 47 Jahre alter Rennradfahrer getötet worden.

Dienstag, 20.10.2020, 10:26 Uhr aktualisiert: 20.10.2020, 10:53 Uhr
Auf der Lengericher Straße in Lienen endete die Unfallfahrt der 44 Jahre alten Lengericherin. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr vor, vorsätzlich mit ihrem Wagen in einer Gruppe Rennradfahrer gefahren zu sein.
Auf der Lengericher Straße in Lienen endete die Unfallfahrt der 44 Jahre alten Lengericherin. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr vor, vorsätzlich mit ihrem Wagen in einer Gruppe Rennradfahrer gefahren zu sein. Foto: Michael Baar

Die 44 Jahre alte Lengericherin, die am 27. September für eine Unfallserie in Lengerich und Lienen verantwortlich gemacht wird, ist auf Antrag der Staatsanwaltschaft in eine forensische Klinik gebracht worden. Ein Richter hat am Montag einen entsprechenden Unterbringungsbefehl erlassen.

„Nach der derzeitigen Bewertung der Spurenlage gehen wir davon aus, dass die Frau ihren Wagen vorsätzlich in die Gruppe der drei Radfahrer gelenkt hat“, sagt Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt am Dienstagmorgen auf Nachfrage der WN. Bei dem Unfall war ein 47 Jahre alter Rennradfahrer aus Niedersachsen getötet worden.

Grundlage für die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus ist das Kurzgutachten eines forensischen Sachverständigen. Das geht aus einer Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft hervor. Der Frau steht in dringendem Tatverdacht des Mordes in Tateinheit mit gefährlichem Eingriff in den Straßenverkehr.

Frau schweigt zur Unfallserie

„Die Frau hat sich nach wie vor nicht zu dem Geschehen und den Tatvorwürfen geäußert“, berichtet Martin Botzenhardt. Am Fahrzeug der 44-Jährigen hätten sich nach eingehender Untersuchung keine Anhaltspunkte für einen technischen Defekt, der zum Unfall geführt haben könnte, ergeben.

Nach den Erkenntnissen der Ermittler hat die Frau ihren Wagen mit einer Geschwindigkeit von rund 100 Stundenkilometern in die Gruppe der Rennradfahrer gelenkt. Dabei erfasste sie den 47-Jährigen, der tödliche Verletzungen erlitt. Anschließend prallte die Lengericherin mit ihrem Wagen gegen einen Baum, wobei sie schwer verletzt wurde.

Kein Gegenstand des Antrags, der letztlich zum Unterbringungsbefehl durch den Amtsrichter geführt hat, ist der erste Unfall, den die 44-Jährige am 27. September verursacht hat. Gegen 9.45 Uhr hatte sie auf der Sudenfelder Straße in Lengerich mit ihrem Wagen ein 63 und 64 Jahre altes Ehepaar erfasst, das mit Fahrrädern unterwegs war. Die beiden Personen wurden dabei verletzt und musste in ein Krankenhaus gebracht werden. Auf die Frage, ob es zwischen der 44-Jährigen und den Unfallopfern persönliche Beziehungen gegeben habe, antwortete Martin Botzenhardt, dass es dazu keinerlei Erkenntnisse gebe.

Ermittlungen dauern an

„Die Ermittlungen bezüglich des Unfalls auf der Sudenfelder Straße laufen noch“, bestätigt der Oberstaatsanwalt im Gespräch mit den Westfälischen Nachrichten. Ob dort ebenfalls ein vorsätzliches Handeln der Frau vorliege oder eine andere Ursache zum Unfall geführt habe, sei offen. Zudem sei der Unfall auf der Lengericher Straße viel schwerwiegender und deshalb für die Staatsanwaltschaft Anlass gewesen, den Unterbringungsbefehl zu beantragen.

Nach dem Unfall auf der Sudenfelder Straße hatte die 44 Jahre alte Lengericherin ihre Fahrt einfach fortgesetzt. Bis zum tödlichen Unfall auf der Lengericher Straße in Lienen soll sie weitere Unfälle, bei denen es bei Sachschäden blieb, verursacht haben.

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