Steinbruch Höste: Dyckerhoff wartet auf Klärung offener Fragen / Eilantrag von Pro Teuto
Vorerst keine weiteren Rodungen

Lienen/Lengerich -

Im Steinbruch Höste nimmt Dyckerhoff vorerst keine weiteren Rodungen vor. Die Bürgerinitiative Pro Teuto führt das auch auf einen entsprechenden Eilantrag an das NRW-Umweltministerium zurück. Dyckerhoff widerspricht.

Dienstag, 10.11.2020, 19:16 Uhr
Diese Fotos hat die Bürgerinitiative Pro Teuto ihrer Pressemitteilung beigefügt. Sie sollen die erfolgten Waldrodungen und den vorläufigen Stopp der Rodungsarbeiten im Steinbruch Höste dokumentieren.
Diese Fotos hat die Bürgerinitiative Pro Teuto ihrer Pressemitteilung beigefügt. Sie sollen die erfolgten Waldrodungen und den vorläufigen Stopp der Rodungsarbeiten im Steinbruch Höste dokumentieren. Foto: Pro Teuto

Der Eilantrag von Pro Teuto an das Umweltministerium NRW zu einem sofortigen Rodungsstopp im Steinbruch Höste zeigt nach Auskunft der Bürgerinitiative aufschiebende Wirkung: „Wie das Ministerium mitteilt, wird von der weiteren Rodung des Waldes solange abgesehen, bis naturschutzfachliche Fragen geklärt sind“, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung von Pro Teuto.

Bei Dyckerhoff sieht man das etwas anders. Pressesprecherin Steffi Fischer gestern Nachmittag auf Anfrage der WN: „Wir verzichten schon seit fast einem Jahr freiwillig auf Rodungen, bis die noch offenen naturschutzfachlichen Fragen in Gänze geklärt sind. Und das völlig unabhängig vom Eilantrag von Pro Teuto.“ Nach ihren Angaben hätte das Unternehmen im vergangenen Winter „gerne weiter gerodet“, aber nach Rücksprache mir dem Kreis Steinfurt als zuständige Genehmigungsbehörde vorläufig den Stopp eingeläutet.

Laut Pro Teuto prüfen die beteiligten Behörden, die Bezirksregierung Münster und der Kreis Steinfurt, derzeit fachliche und rechtliche Aspekte. Mit der Firma Dyckerhoff seien dazu zeitnah Gespräche vorgesehen. Solange gelte eine Vereinbarung mit der Firma, keine weiteren Rodungen vorzunehmen.

Hintergrund des Eilantrages der Bürgerinitiative ist der Antrag der Firma Dyckerhoff, die bis 2027 befristete Abbaugenehmigung für den westlichen Teil des Bruches Höste zu entfristen und dort über das Jahr 2027 hinaus Kalk abzubauen.

Trotz der beabsichtigten Verlängerung des Abbauzeitraumes hatte Dyckerhoff angekündigt, bis voraussichtlich 2021 – je nach Abbaufortschritt – den gesamten Waldbestand der 1999 genehmigten Abbaufläche roden zu wollen.

Die Bürgerinitiative hatte dagegen angeführt, dass dies zum jetzigen Zeitpunkt sowohl hinsichtlich der geltenden Genehmigungsauflagen als auch der enormen Waldschäden im angrenzenden FFH-Gebiet als nicht genehmigungskonform und unverträglich zu bewerten sei.

Dazu heißt es in der Pressemitteilung weiter: „Die 1999 erteilte Abgrabungsgenehmigung sieht eine Inanspruchnahme der Flächen nur in Einzelschritten je nach Abbaufortschritt vor. War nach den Antragsangaben der Firma 2019 noch nahezu der gesamte zehn Hektar große Antragsbereich ,unverritzt‘ – also bewaldet und unaufgeschlossen – soll jetzt bis 2021 die Gesamtfläche trotz der beantragten Verlängerung des Abbaus gerodet werden. Im Winter 2019/2020 wurden bereits fünf Hektar Wald entfernt.“

Zudem habe sich aufgrund der gravierenden Waldschäden an den Teutohängen und im angrenzenden Natura-2000-Gebiet die Situation für das Schutzgebiet und die dort lebenden Arten erheblich verschlechtert. Die vorzeitige, betrieblich nicht notwendige Rodung weiterer fünf Hektar Wald sei zum jetzigen Zeitpunkt „ein weiterer, vermeidbarer schwerer Eingriff für den Teuto“.

Die Bürgerinitiative hat sich nach eigener Aussage jetzt erneut an NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) gewandt, um auf die notwendige Einhaltung der Genehmigungsauflagen und des Naturschutzrechts hinzuweisen, aber auch, um einen Rodungsstopp bis zur Entscheidung über den Antrag zur Entfristung zu erreichen. Schließlich sei es keinesfalls sicher, ob die jetzt zur Rodung anstehenden Flächen tatsächlich bis 2027 abgebaut werden können. Ohne eine Verlängerung der Abbaugenehmigung könnte auch dieser Bereich dann gegebenenfalls erhalten bleiben.

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