Vorbelasteter Lengericher kommt mit Bewährungsstrafe davon
Sucht mit EC-Karte der Freundin finanziert

Lengerich/Tecklenburg -

Etwa überraschend ist ein 43 Jahre alter Lengericher mit einer Bewährungsstrafe und strengen Vorgaben in Sachen Drogentherapie aus einem Verfahren wegen gewerbsmäßigem Computerbetrug herausgekommen. Er musste sich vor dem Schöffengericht des Amtsgerichts Ibbenbüren verantworten.

Mittwoch, 11.11.2020, 18:53 Uhr aktualisiert: 12.11.2020, 15:10 Uhr
Das Amtsgericht Ibbenbüren
Das Amtsgericht Ibbenbüren Foto: Wilhelm Schmitte

Wegen gewerbsmäßigem Computerbetrugs hat sich ein Lengericher am Dienstag vor dem Schöffengericht des Amtsgerichts Ibbenbüren verantworten müssen. Die Staatsanwaltschaft warf dem 43-Jährigen vor, im November vergangenen Jahres seiner damaligen Freundin die EC-Karte gestohlen und von ihrem Konto anschließend insgesamt einen Betrag von 870 Euro abgehoben zu haben.

Da er für die Frau zuvor schon mehrfach Geld am Automaten besorgt hatte, war ihm die PIN-Nummer bereits bekannt. Damit seine Tat nicht sofort auffiel, platzierte er seine eigene EC-Karte im Portemonnaie der Freundin.

Der – nach eigenen Angaben – drogen- und alkoholabhängige Mann legte zu Beginn der Verhandlung durch seinen Pflichtverteidiger ein vollumfängliches Geständnis ab und räumte die Taten ein. Vom Richter nach seinem Motiv gefragt, erklärte der Mann, dass er mit dem Geld seinen Drogenkonsum finanziert habe. „Ich war auf Entzug und konnte nicht mehr klar denken“, so seine Aussagen.

Der wegen verschiedener Delikte mehrfach vorbestrafte Angeklagte befand sich zur Tatzeit auf Bewährung in Freiheit. Sein Bewährungshelfer bezeichnete den Lengericher als durchaus kooperativ und bereit, die ihm gestellten Auflagen zu erfüllen. Dagegen stünde leider die Drogen- und Alkoholsucht, die immer wieder zu neuen kriminellen Handlungen führe.

Dem pflichtete der Staatsanwalt bei, der zur allgemeinen Überraschung von einem weiteren – gerade eröffneten – Verfahren wegen Ladendiebstahls berichtete.

Diesen Teufelskreis aus Sucht und Beschaffungskriminalität zu durchbrechen, versprach der Angeklagte. Erste Schritte dazu – Entgiftung und anschließende Drogentherapie – habe er in die Wege geleitet. Dieser Entwicklung und dem Wohlwollen des Schöffengerichts hatte es der Mann letztendlich zu verdanken, dass es zu einem milden Urteil kam. Ein Jahr Gefängnis auf Bewährung solle der Angeklagte als allerletzte Chance begreifen, so Richter in seiner Urteilsbegründung. Dazu kommt neben den üblichen Bewährungsauflagen die zwingende Vorgabe, die Drogentherapie erfolgreich abzuschließen.

Zum Schluss gab es noch einen guten Rat vom Richter: „Suchen Sie sich einen neuen Wohnort, weit weg von ihren bisherigen Freunden, für einen echten Neuanfang.“

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