Die Geschichte der Pandemie in Lengerich: Was haben WN-Leser erlebt?
Das Virus, das alles veränderte

Lengerich -

258 Lengericher haben sich nach Angaben des Kreises bislang mit Corona infiziert, sechs sind gestorben. Die Pandemie hält die Stadt weiter fest im Griff. Die WN wollen erfahren, welche besonderen Erlebnisse die Bürger mit der Pandemie verbinden. Die können negativer Art sein wie beispielsweise eine Quarantäne, aber auch Positives aufzeigen.

Samstag, 21.11.2020, 09:49 Uhr aktualisiert: 21.11.2020, 09:52 Uhr
Lengerich Corona-Grafik
Lengerich Corona-Grafik Foto: Jürgen Christ

Die Corona-Pandemie kam spätestens am 13. März in Lengerich an. Erstmals wies an diesem Tag die Statistik des Kreises einen Infizierten-Fall in der Stadt aus. Danach ging es Schlag auf Schlag. Schließungen von Geschäften, Behörden und mehr und Absagen von Verstaltungen gingen einher mit dem Anstieg der Zahlen. Mehr als acht Monate später lähmt die Krise immer noch das öffentliche Leben in der Kommune, jeder ist irgendwie betroffen, jeder muss einen Weg finden, mit den Einschränkungen klarzukommen und den Risiken umzugehen.

Die WN wollen von ihren Lesern wissen, was sie in den vergangenen Wochen und Monaten in Zusammenhang mit der Pandemie erlebt haben – Positives wie Negatives. Musste eine Quarantäne überstanden werden? Gab es einen schweren Krankheitsverlauf? Haben Nachbarn – natürlich symbolisch – unter die Arme gegriffen, um schwierige Phasen zu überstehen? Wurde eine Hochzeit verschoben oder ein wichtiges Familienfest abgesagt? Welche besonderen und unerwarteten Begegnungen hat es gegeben? Wie lief es daheim mit den Kindern, brach der große Lagerkoller aus oder entwickelte sich ein neues Gemeinschaftsgefühl? Und wie wurden die digitalen Möglichkeiten der Kommunikation in den Corona-Alltag integriert? Es gibt viele Dinge, die sicher berichtenswert sind, erzählen Sie uns davon!

Wie fest die Pandemie Lengerich im Griff hatte und hat, dafür gibt es einige Beispiele. Aktuell meldet der Kreis 43 Infizierte. Das Niveau des Frühjahrs erreichen die Werte momentan nicht ganz. Insgesamt haben sich seit Beginn der Pandemie 258 Bürger der Stadt mit SARS-CoV-2 infiziert; sechs Menschen sind gestorben.

Im März und April führte die erste Welle zu teils drastischen Maßnahmen. Es fing damit an, dass 103 Schüler des Hannah-Arendt-Gymnasiums und der Bodelschwingh-Realschule nach Skifreizeiten in Südtirol in Quarantäne mussten. Anfang April erreichte die Pandemie die Senioreneinrichtung Haus Widum und die Helios-Klinik. Dort hatten sich sowohl Mitarbeiter als auch Bewohner beziehungsweise Patienten infiziert. Das Altenheim wurde unter Quarantäne gestellt, das Krankenhaus abgeschottet. Das hieß unter anderem, dass keine neuen Patienten aufgenommen wurden. Auch aktuell gibt es dort Einschränkungen zum Schutz von Patienten und Mitarbeitern, Besuche sind verboten.

Immer wieder gab Bürgermeister Wilhelm Möhrke Stellungnahmen und Einschätzungen ab. Allein 20 Videobotschaften hat er dafür genutzt. Die erste wurde am 19. März veröffentlicht. Seinerzeit sprach er von einer „besorgniserregenden“, aber „beherrschbaren“ Situation im Kreis und appellierte an die Bürger, die getroffenen Maßnahmen – darunter die Schließung von Schulen und Kitas – mitzutragen. Seine bislang letzte Rede, die als kurzer Film zu verfolgen ist, stammt vom 27. Oktober. Möhrke äußerte die Sorge, dass ein Teil der Bevölkerung die Maßnahmen und Regeln zum Schutz vor der Pandemie nicht mehr mittragen wolle. Er betonte, dass es angesichts „explosionsartig“ steigender Zahlen notwendig sei, die Vorgaben zu befolgen, andernfalls kämen „Riesen-Probleme“ gerade auf das Gesundheitssystem zu.

Auch der Lengericher Krippenmarkt wird auch der Corona-Pandemie zum Opfer fallen. Er hätte eigentlich am kommenden ersten Adventswochenende stattfinden sollen. Damit schließt sich ein trauriger Kreis: 2020 hat in Lengerich keines der große Stadtfeste stattgefunden. Es gab auch kein „Rock am Rathaus“ und kein Schützenfest, das Veranstaltungsleben in der Gempt-Halle steht bis auf einige Rats- und Ausschusssitzungen still, viele Sportevents mussten abgesagt werden, die Advents- und Weihnachtszeit wird in den Kirchen einen anderen Charakter haben als in den Vor-Corona-Zeiten. Diese Liste ließe sich noch lange fortführen.

Zu den kleinen Lichtblicken zwischendurch gehörte das Soundgärtchen. Dort fanden, recht spontan von Iris Gottwald und Thomas Haltermann organisiert, eine Reihe von gut besuchten Open-Air-Konzerten statt. Und dann gibt es natürlich noch die vielen kleinen und größeren Hilfsaktionen, die von der Solidarität unter den Bürgern zeugen. Beispielhaft dafür ist das Maskennähen, dem sich besonders im Frühjahr viele widmeten. Dieses Engagement für andere trägt sicher seinen Teil dazu bei, dass die Stadtgesellschaft trotz aller Belastungen auch mehr als acht Monate nach dem ersten nachgewiesenen Corona-Fall funktioniert.

Wer seine Corona-Geschichten und -Erlebnisse der Redaktion mitteilen möchte, kann dies auf verschiedenen Wegen tun: per E-Mail an redaktion.len@wn.de, per Post an WN-Lokalredaktion Lengerich, Rathausplatz 12 in 49525 Lengerich und über Facebook in den bekannten Lengerich-Gruppen.

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