Schule probt Lockdown-Unterricht
Hannah-Arendt-Gymnasium: „Wir sind gut vorbereitet“

Lengerich -

84 Prozent der Schülerinnen und Schüler des Hannah-Arendt-Gymnasiums sind technisch gut ausgestattet. Das ist nur eine Erkenntnis, die bei einem freiwilligen Lockdown-Tag gewonnen wurde.

Donnerstag, 10.12.2020, 20:09 Uhr aktualisiert: 10.12.2020, 21:58 Uhr
Das Hannah-Arendt-Gymnasium.
Das Hannah-Arendt-Gymnasium. Foto: Michael Baar

Am Dienstag ist das Hannah-Arendt-Gymnasium ( HAG ) geschlossen zuhause geblieben – aber glücklicherweise nicht in Quarantäne, sondern, um laut Pressemitteilung für den Ernstfall zu proben: wie kann digital unterrichtet werden, wenn Klassen, einzelne Schülerinnen und Schüler oder sogar wieder alle Schüler und Lehrer bei einem völligen Lockdown daheimbleiben müssen?

Die Digitalisierung wurde am HAG schon vergleichsweise früh in Angriff genommen: die Schüler der Oberstufe sind seit über zwei Jahren mit eigenen Zugangsberechtigungen Mitglieder der Schulcloud. Beim ersten Lockdown wurden für die Schüler der Klassen 5 bis 9 Arbeitsaufgaben digital verteilt, als Download aus der Schulcloud. Seit den Osterferien sind alle Schüler zugangsberechtigte Mitglieder dieser Cloud.

Am Dienstag hatten alle Lehrer und Schüler die Gelegenheit, konkretere Erfahrungen im Lernen auf Distanz zu sammeln. Das Kollegium hatte sich durch hausintern organisierte Fortbildungen an einem eigenen Studientag mit technischen und didaktischen Aspekten des Distanzunterrichtes befasst, nun konnte weiter getestet und geübt werden.

„Nur durch die große Eigeninitiative von Lehrerinnen und Lehrern des HAG konnten wir, was die digitale Infrastruktur angeht, schon so weit kommen“, lobt die Schulleiterin Angelika Elsermann ihr engagiertes Kollegium. Schüler, die nicht über ein geeignetes digitales Endgerät verfügten, konnten von der Stadt angeschaffte Geräte ausleihen, wofür die Schule dem Schulträger dankbar ist. Es waren aber nur wenige: „Wir haben am Probetag gesehen, dass ein Großteil der Schülerschaft, 84 Prozent, technisch gut ausgestattet ist. Das hat eine kurze digitale Evaluation am Ende des Tages gezeigt. Auch die Kommunikation zwischen Schülern untereinander und mit ihren Lehrern in Videokonferenzen oder im Chat verlief gut. Umfang und diese Art des Lernens fanden Anklang unter den Schülern“, resümiert das Administrationskollegenteam der Schulcloud Office365, Monika Mindrup, Steffen von dem Berge und Tobias Müller.

„Wir haben uns bemüht, den Schülern, wann immer es möglich war, den Umgang mit den Tools unserer Plattform zu zeigen – und am Probetag hat sich gezeigt, dass wir im Großen und Ganzen gut vorbereitet sind, auch wenn es hier und da noch hakt. Daraus haben auch wir Lehrer viel gelernt“, resümiert ein Kollege.

Die zeitintensive Pflege des Systems erfolgt durch Lehrer neben den eigentlichen Unterrichtsaufgaben – im Bereich dieser Ressourcen wünscht sich die Schulleiterin Angelika Elsermann mehr Unterstützung vom Land: „Wenn wir auf das Land gewartet hätten, wären wir weit von dem entfernt, was wir am Probetag durchführen und üben konnten: wir konnten in stabilen Videochats die Klassen und Kurse sehen, Arbeitsblätter verteilen, die Schüler bei Bedarf in digitale Schulhefte schreiben lassen, in die die Lehrer hineinsehen konnten. Trotzdem: echter Unterricht in der Schule ist auch dadurch niemals zu ersetzen!“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7718066?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F175%2F
Nachrichten-Ticker