Beamtenbeleidigung und Fahren ohne Führerschein
Streitbarer Lengericher muss ins Gefängnis

Lengerich/Bad Iburg -

Zu einer Freiheitsstrafe ist ein 43-Jähriger aus Lengerich verurteilt worden. Angesichts seines strafrechtlichen Werdegangs, der sich in 17 Eintragungen im Strafregister widerspiegelte, gebe es keinen Raum mehr für eine Bewährungschance, betonte der Richter.

Mittwoch, 30.12.2020, 20:17 Uhr aktualisiert: 30.12.2020, 20:21 Uhr
Obwohl er keinen Führerschein hat, setzte sich der 43-Jährige hinters Steuer – und wurde zwei Mal von der Polizei erwischt
Obwohl er keinen Führerschein hat, setzte sich der 43-Jährige hinters Steuer – und wurde zwei Mal von der Polizei erwischt Foto: Oliver Werner

Er scheint keinem Streit aus dem Weg zu gehen und Fahrverbote nicht besonders ernst zu nehmen. Weil er seine Freundin geschlagen, Polizisten beleidigt und ohne Führerschein ein Auto gelenkt hat, musste sich ein Mann aus Lengerich nun in Bad Iburg vor dem Amtsgericht verantworten.

Insgesamt fünf Straftaten hatte die Staatsanwaltschaft dem 43-Jährigen ursprünglich zur Last gelegt. Neben zwei Autofahrten ohne Führerschein war ihm auch vorgeworfen worden, Polizeibeamte sowie seine Freundin beleidigt und diese darüber hinaus auch während eines Streits noch mehrfach geschlagen zu haben.

Der Verteidiger des 43-Jährigen erklärte, dass sein Mandant die Autofahrten einräume. Auch wenn der Angeklagte keine konkrete Erinnerung habe, wolle er nicht abstreiten, seine Freundin während eines Telefonats beleidigt zu haben. Allerdings sei die Beziehung der beiden eine schwierige, in der es durchaus zu gegenseitigen Beleidigungen gekommen sei.

Den Vorwurf, seine Freundin Anfang vergangenen Mai im Verlauf eines Streits geschlagen zu haben, bestritt der 43-Jährige auch nicht. Allerdings sei die Sache etwas anders, als in der Anklage geschildert, betonte der Verteidiger. Denn auch sein Mandant habe etwas abbekommen. „Es hat gegenseitige Körperverletzungen gegeben“, erklärte der Verteidiger. Der 43-Jährige glaubte sich zu erinnern, dass seine Freundin angefangen und er als Reaktion zurückgeschlagen habe.

Mit Zustimmung der Staatsanwaltschaft stellte das Gericht diese beiden Anklagepunkte ein, da sie im Hinblick auf das ohnehin zu erwartende Strafmaß nicht sonderlich ins Gewicht fielen. Im Zuge des Streits zwischen dem Paar war allerdings auch die Polizei auf dem Plan erschienen. Zwar habe sein Mandant auch daran keine konkrete Erinnerung, aber es werde nicht bestritten, dass der 43-Jährige die fünf Beamten beleidigt habe. Aufgrund einer nicht unerheblichen Alkoholisierung sei sein Mandant enthemmt gewesen.

Das Amtsgericht sanktionierte die Beleidigung der Polizisten sowie die beiden Autofahrten ohne Führerschein mit einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zwei Monaten. Angesichts seines strafrechtlichen Werdegangs, der sich in 17 Eintragungen im Strafregister widerspiegelte, gebe es keinen Raum mehr für eine Bewährungschance, betonte der Richter. Zusätzlich verhängte das Gericht noch eine zweijährige Führerscheinsperre.

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