Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners
Stadt erwägt verstärkten Einsatz von Spritzmitteln

Lengerich -

Die vergangenen Sommer waren so, dass sie dem Eichenprozessionsspinner beste Möglichkeiten boten, sich zu vermehren. Wie soll man die Raupen mit den für den Menschen gefährlichen Brennhaaren bekämpfen? In Lengerich erwägt die Verwaltung offenbar, entgegen der bisherigen Linie vermehrt auf Spritzmittel zu setzen.

Donnerstag, 07.01.2021, 18:36 Uhr aktualisiert: 08.01.2021, 14:01 Uhr
Die Härchen des Eichenprozessionsspinners können dem Menschen gesundheitliche Probleme bereiten.
Die Härchen des Eichenprozessionsspinners können dem Menschen gesundheitliche Probleme bereiten. Foto: Bernd Schäfer

Die Stadt zieht offenbar einen Richtungswechsel bei der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners ( ESP ) in Erwägung. Nachdem bislang ein Biozid nur sehr begrenzt an zwei Stellen zum Einsatz gekommen ist, könnte das in diesem Jahr anders aussehen. Beutelfallen, die in einigen Bereichen an Bäumen aufgehängt wurden, haben wohl nicht die erhofften Ergebnisse geliefert.

Holger Lange , Fachdienstleiter Straßenbau, betont, dass es eine exakte Auswertung noch nicht gebe. Doch der Zwischenstand besage, dass unterhalb der Fallen an den Eichen zwar keine ESP-Nester gefunden worden seien. „Das ist positiv.“ Aber die Zahl der in den Fallen gelandeten Raupen sei nur gering gewesen, der „gewünschte Erfolg ist somit ausgeblieben“.

Deshalb denke man nun darüber nach, mehr zu spritzen. Lange lässt bei dieser Aussage jedoch keinen Zweifel daran, dass die Stadt den Mehreinsatz des Biozids „kritisch begleiten“ werde. Die Sichtweise auf das Problem ESP bleibt damit anscheinend nach wie vor eine andere als die bei den Verantwortlichen von Straßen.NRW.

Der Landesbetrieb hatte bereits im vergangenen Jahr ein Mittel mit dem Wirkstoff Bazillus Thuringiensis in großem Maßstab eingesetzt, dabei kamen stellenweise sogar Hubschrauber zum Einsatz, die das Biozid in die Kronen von Eichen versprühten. Betont wurde dabei, dass das Produkt für Mensch, Pflanzen und Tiere nicht schädlich sei. Der Bund für Umwelt und Naturschutz (Bund) hingegen kritisierte, dass das Mittel auch Schmetterlinge abtöte.

„Nicht vernachlässigen“ will Lange in Lengerich ungeachtet sonstiger Maßnahmen die natürlichen Fressfeinde des ESP. Dabei geht es vor allem um Meisen. Um denen möglichst gute Lebensbedingungen zu bieten, wolle die Stadt alle Nistkästen, die sich in kommunaler Verantwortung befinden, reinigen. Diskutiert werden soll in der Verwaltung seinen Worten zufolge aber auch über den Einsatz eines zweiten Spritzmittels.

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