Sanierung der TWE-Strecke in Lengerich
Die neuen Schwellen liegen parat

Lengerich/Bad Iburg -

Nachdem westlich und östlich von Lengerich die Sanierung der ehemaligen TWE-Bahnstrecke in einigen Bereichen bereits abgeschlossen ist oder zumindest erhebliche Fortschritte gemacht hat, stehen nun auch Arbeiten in Lengerich bevor. Es geht nach Angaben von Josef Högemann, Pressesprecher der Lappwaldbahn, um den Abschnitt von der Stadt bis Bad Iburg. Im Februar oder März soll es losgehen

Donnerstag, 07.01.2021, 18:37 Uhr aktualisiert: 08.01.2021, 14:00 Uhr
Direkt neben den Gleisen liegen in Höhe des Bahnhofs die neuen Schwellen bereit. Die Sanierungsarbeiten sollen im Februar oder März beginnen.
Direkt neben den Gleisen liegen in Höhe des Bahnhofs die neuen Schwellen bereit. Die Sanierungsarbeiten sollen im Februar oder März beginnen. Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

Nachdem westlich und östlich von Lengerich die Sanierung der ehemaligen TWE-Bahn-strecke in einigen Bereichen bereits abgeschlossen ist oder zumindest erhebliche Fortschritte gemacht hat, stehen nun auch Arbeiten in Lengerich bevor. Es geht nach Angaben von Josef Högemann um den Abschnitt von der Stadt bis Bad Iburg. Im Februar oder März soll es losgehen.

Wer zwischen Bahnhof und Hohne entlang der Gleise unterwegs ist, wird feststellen, dass dort die neuen Schwellen schon bereitliegen. Josef Högemann, Pressesprecher der Lappwaldbahn, die die TWE-Trasse 2015 übernommen hat, berichtet, dass vor Weihnachten sogar schon einige Meter erneuert worden seien. Der eigentliche Start der Arbeiten werde aber erst in einigen Wochen erfolgen.

Er kündigt an, dass die Instandsetzung bis Bad Iburg bis zum Herbst 2022 komplett abgeschlossen werden soll. „Züge können vielleicht sogar schon im Frühjahr 2022 fahren.“ Zur Ertüchtigung gehört neben dem Austausch der alten gegen die neun Schwellen auch ein neues Schotterbett.

 

Weitgehend abgeschlossen sind derweil die Arbeiten zwischen Bad Laer und Bad Iburg. Aber nicht überall wird die Reaktivierung so positiv gesehen wie beispielsweise vom „Aktionsbündnis pro TWE“. Für die einen ist es ein faszinierender Anblick: schwere Lokomotiven, die lange Züge über die Gleise schleppen, Güter, die dort transportiert werden, wo sie eigentlich hingehören – auf Schienen. Andere sehen mehrere Hundert Meter lange Güterzüge, die quietschend und pfeifend mit bis zu 50 Kilometern pro Stunde durch Wohngebiete rumpeln.

Wie häufig die Züge rollen werden? Wie lang sie sein werden? Vieles ist offen. Derzeit gehe die Lappwaldbahn von zwei bis drei Zügen pro Tag aus, hatte Josef Högemann, sowohl beim 2012 in Bad Laer gegründeten Aktionsbündnis als auch bei der Lappwaldbahn aktiv, Ende September im Bad Laerer Bau- und Umweltausschuss den Sachstand geschildert. Nur: Es könne natürlich auch anders kommen. Denn mehr als Absichtserklärungen und Interessenbekundungen verschiedener Firmen an der Strecke gibt es derzeit wohl nicht. Und die sind erst mal unverbindlich: So schlägt zum Beispiel Naturstein- und Baustoffhändler Bergschneider in Ibbenbüren laut Aktionsbündnis bislang noch keine Baustoffe über die Schiene um.

Immerhin: Für Anfang 2021 seien mehrere Gespräche mit Interessenten geplant, die dort unter anderem Holz mit der Bahn transportieren lassen möchten.

Auch deshalb konzentrieren sich die Bemühungen des Aktionsbündnisses pro TWE derzeit darauf, Nutzungskonzepte für den Güterverkehr weiterzuentwickeln und die Alternative Bahn ins Blickfeld zu rücken.

„So manches Unternehmen sieht den Bahntransport inzwischen als eine interessante Option für die Zukunft“, heißt es im jüngsten Rundschreiben. Ob dem Sehen auch Taten folgen? Während hinter der Nutzung also noch viele Fragezeichen stehen, ist die Ertüchtigung der in Teilen maroden Strecke laut Aktionsbündnis weitgehend im Plan: In Glane wurden Anfang des Jahres 2020 drei Brückenneubauten fertiggestellt und ein Bahndammschaden beseitigt. Danach verlagerten sich die Ertüchtigungsmaßnahmen zunächst nach Ibbenbüren-Dörenthe.

Ab August 2020 liefen dann auch die Baumaßnahmen zwischen der Landesgrenze bei Müschen und Bad Iburg wieder auf Hochtouren. Arbeiten im Bahnhof Bad Iburg werden sich voraussichtlich bis Ende Februar 2021 hinziehen.

Der noch fehlende Abschnitt zwischen Lengerich und Brochterbeck soll bis Frühjahr/Sommer 2024 fertiggestellt sein.

Aktuell erwartet die Lappwaldbahn zwei fabrikneue Lokomotiven. Das Besondere der beiden kombinierten Diesel- und elektrischen „Eurodual“-Maschinen: Sie können sowohl unter Fahrdraht als auch auf nicht elektrifizierten Strecken verkehren und damit hohe Lasten ohne Lokomotivwechsel direkt von Kunde zu Kunde befördern.

Mit einer Länge von 23 Metern zählen die sechsachsigen Maschinen zu den größten einteiligen Lokomotiven auf deutschen Gleisen. Sie lösen bei der Lappwaldbahn die ehemaligen DB-Dieselloks der Baureihen 218 und 225 ab.

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