Einbruch in Schaustellerwagen
Diebe lassen Lebkuchen mitgehen

Lengerich -

Als die Polizisten am Freitagnachmittag abrücken, hat Cornelia Welte Tränen in den Augen. Die Beamten waren zum Bodelschwinghplatz gekommen, um sich von der Schaustellerin erzählen zu lassen, wie in ihren Wagen, in dem sie Mandel, Lebkuchen und andere Süßigkeiten verkauft, eingebrochen worden ist. Die 54-Jährige kann nicht nachvollziehen, warum Einbrecher gerade ein solches Ziel auswählen.

Sonntag, 10.01.2021, 16:26 Uhr aktualisiert: 12.01.2021, 14:56 Uhr
Cornelia Welte kann nicht verstehen, warum es jemand gerade auf ihren Wagen abgesehen hat, in dem es vor allem süße Leckereien gibt.
Cornelia Welte kann nicht verstehen, warum es jemand gerade auf ihren Wagen abgesehen hat, in dem es vor allem süße Leckereien gibt. Foto: Gernot Gierschner

Gerade ist die Polizei abgerückt. Cornelia Welte hat Tränen in den Augen, immer wieder schüttelt sieden Kopf. „Warum muss man hier einbrechen?“ Noch immer fassungslos steht die 54-jährige Schaustellerin vor ihrem Verkaufswagen, aus dem heraus sie sonst duftende gebrannte Mandeln, Lebkuchenherzen und frische Crêpes verkauft. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag haben Diebe den Wagen aufgebrochen.

Entwendet wurde ein Teil der Ware – hauptsächlich Mandeln und Lebkuchen. „Hatte da jemand Hunger?“ spekuliert die Chefin des Schaustellerbetriebs, der zur Zeit neben dem Stand auf dem Bodelschwingh-Platz auch den Fischwagen auf dem Rathausplatz betreibt.

Initiiert hatte diese Aktion die Werbegemeinschaft der Stadt Lengerich – um ein wenig Freude und Leben in die Innenstadt zu bringen. „Und jetzt so ein Ärger“, erklärt Cornelia Welte wütend. „Seit 35 Jahren sind wir hier in Lengerich, die Leute kennen uns. Viele sind dankbar, dass wir jetzt hier stehen und wir sind es natürlich auch.“

Durch die Absage von Kirmes, Weihnachtsmärkten und Co haben die Schausteller große Einnahmeausfälle zu verzeichnen. Das Engagement in der Fußgängerzone verspricht ein wenig Umsatz. Aber auch vor allem, das betont die Schaustellerin besonders: „Dass man wieder rauskommt und die Verkaufswagen nicht nur auf dem Hof herumstehen. Wir müssen raus zu den Leuten, einwenig Licht in diese dunkle Zeit bringen.“

Jetzt ist bei allen die Freude getrübt, ganz abgesehen vom materiellen Schaden, bei dem die Ware nur den kleineren Teil ausmacht. „Insgesamt wird es uns wohl über 1000 Euro kosten“, schätzt Cornelia Welte. Dabei schlägt die Reparatur und die verstärkte Einbruchsicherung des Verkaufswagens besonders zu Buche. „Schreiben Sie ruhig, es lohnt sich nicht, bei uns einzubrechen. Wir nehmen die Ware jetzt jeden Abend raus und haben im Wagen eine Kamera installiert – zur Abschreckung.“

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