Lengericher verletzt Lebensgefährtin
25-Jähriger muss ein Jahr ins Gefängnis

Lengerich/Rheine -

Zu einer Haftstrafe von einem Jahr ohne Bewährung hat das Schöffengericht Rheine einen 25-jährigen Lengericher verurteilt. Er wurde für schuldig befunden, seine damalige Lebensgefährtin mit einer „das Leben bedrohenden Handlung“ verletzt zu haben.

Dienstag, 12.01.2021, 19:23 Uhr aktualisiert: 12.01.2021, 19:30 Uhr
Das Amtsgericht Rheine
Das Amtsgericht Rheine Foto: LUKAS WIEDAU

Ein 25-jähriger Angeklagter aus Lengerich ist jetzt vom Schöffengericht in Rheine wegen Körperverletzung in Tateinheit mit Verstoß gegen das Gewaltschutzgesetz zu einer Haftstrafe von einem Jahr ohne Bewährung verurteilt worden. Die Staatsanwältin hatte sieben Monate ohne Bewährung beantragt.

Die frühere Lebensgefährtin des Lengerichers war nach dessen körperlicher Attacke mit einer – laut Anklageschrift – „das Leben bedrohenden Handlung“ am 30. Juli vergangenen Jahres in ihrer Wohnung in Rheine drei Tage im Krankenhaus behandelt worden. Das Jugendamt hatte ihre Kinder wegen der Gefahr durch den Angeklagten aus der Wohnung geholt und dem Vater zur Obhut übergeben. Der Tatort ist der Polizei durch viele Einsätze bekannt, wie mehrere Beamte, aber auch Nachbarn als Zeugen bestätigten.

Zurzeit verbüßt der Angeklagte eine Freiheitsstrafe von 14 Monaten. Zwei weitere Urteile mit insgesamt dreieinhalb Jahren Haft liegen zur Berufung am Landgericht. Die Vorsitzende des Schöffengerichts in Rheine hatte dem 25-Jährigen angeboten, das aktuelle Verfahren wegen Körperverletzung gegen Rücknahme der Berufungen am Landgericht einzustellen. Daraufhin hatte der Angeklagte sich Bedenkzeit ausgebeten, die am 23. Dezember 2020 in einem Befangenheitsantrag gegen die Richterin endete – ohne Erfolg. Der Befangenheitsantrag wurde zurückgewiesen.

Der Angeklagte wollte an mehreren Verhandlungstagen unbedingt durchsetzen, dass die Richterin einen Gutachter wegen seiner vorgeblichen Drogenabhängigkeit beauftrage. Doch die Vorsitzende Richterin sah dafür keine Notwendigkeit, „weil Ihre Straftaten nicht in direktem Zusammenhang mit Drogen stehen“, begründete sie ihre Ablehnung. Der Lengericher wollte eine Zwangstherapie anstelle der Freiheitsstrafe erwirken (WN berichteten).

Wegen seines rebellischen Verhaltens vor Gericht, bei dem er ständig den Zeugen und anderen Prozessbeteiligten ins Wort fiel, hatte er bereits ein Ordnungsgeld, ersatzweise drei Tage Ordnungshaft, kassiert. An seinem Verhalten änderte das aber nichts. Auch in Lengerich soll sein Vater ihn am Vorabend des ersten Prozesstages an die Luft gesetzt haben. Das bestätigte der Angeklagte vor Gericht. Er zeigte in den Verhandlungen weder Einsicht noch Reue und fühlte sich grundsätzlich von Polizei und Gericht missverstanden.

„Ich will doch einfach nur meine Ruhe haben“, sagte er mehrfach. Was nichts anderes bedeutete, dass er Kontakt zu seiner Ex-Freundin aufnehmen wollte. Das war ihm aber durch einen Beschluss des Amtsgerichts Rheine bis zum 31. Dezember 2020 untersagt worden.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7762756?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F175%2F
Nachrichten-Ticker