Der Fahrplan für die Bahnhofssanierung steht
Startpunkt zweites Quartal 2022

Lengerich -

Im zweiten Quartal 2022 soll die Sanierung des Lengericher

Mittwoch, 13.01.2021, 17:13 Uhr aktualisiert: 14.01.2021, 16:44 Uhr
Der Abriss des alten Bahnhofsgebäudes soll zu den letzten Schritten während der Bauarbeiten gehören. Anschließend wird stattdessen ein Eingangsportal errichtet. Damit ist wohl nicht vor 2023 zu rechnen..
Der Abriss des alten Bahnhofsgebäudes soll zu den letzten Schritten während der Bauarbeiten gehören. Anschließend wird stattdessen ein Eingangsportal errichtet. Damit ist wohl nicht vor 2023 zu rechnen.. Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

Im zweiten Quartal 2022 soll die Sanierung des Lengericher Bahnhofs beginnen. Das haben jetzt die Deutsche Bahn , der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) und die Stadtverwaltung auf Anfrage der Westfälischen mitgeteilt. Der Abschluss der Arbeiten dürfte sich demnach bis ins erste Quartal 2023 hinziehen.

Seitens des Eisenbahnbundesamtes heißt es, dass das Planrechtsverfahren für das Vorhaben „Änderung des Bahnhofes Lengerich (Westfalen)“ derzeit noch nicht abgeschlossen sei. „Das EBA geht indes davon aus, die Plangenehmigung demnächst erteilen zu können“, so ein Sprecher gegenüber den WN. Die DB Station & Service AG, die die Bahnhöfe im Land betreibt, rechnet eigenen Angaben zufolge sogar damit, dass es durch das EBA „sehr kurzfristig“ grünes Licht für das Baurecht gibt und somit im ersten Quartal 2021 noch die Entwurfs- und Genehmigungsplanung abgeschlossen werden kann.

Die Realisierung des Projektes erfolgt im Zuge der MOF 3 (Modernisierungsoffensive für Bahnhöfe) von Land, Deutscher Bahn und SPNV-Zweckverbänden, die bis 2023 terminiert ist und die Modernisierung von insgesamt rund 50 Bahnhöfen umfasst.

Vor fast drei Jahren hatte die Bahn noch angekündigt, dass die Arbeiten im Bahnhof Lengerich im vierten Quartal 2019 beginnen sollten. Doch daraus wurde nichts. Seinerzeit hieß es aus der Stadtverwaltung, dass es Probleme mit den Sperrpausen beziehungsweise dem EBA gebe.

Nach derzeitigem Stand werden fast sieben Millionen Euro investiert. Circa 6,4 Millionen sind für die Modernisierung der Bahnstation vorgesehen. Wesentliche Maßnahmen sind:

  • der barrierefreie Zugang zu den Bahngleisen mittels Neubau einer Rampe (Gleis 1) beziehungsweise eines Aufzugs (Gleise 2 und 3)
  • die Modernisierung der Unterführung, Treppen und Bahnsteigdächer
  • die Anhebung der Bahnsteige auf die in Deutschland geltende Regelhöhe von 76 Zentimeter oberhalb der Schienenoberkante
  • der Ausbau auf eine Bahnsteignutzlänge von 215 Meter (entspricht der zukünftigen Länge der RRX-Züge)

Hinzu kommen die Erneuerung der Bahnsteigausstattung, Beleuchtungsanlage, Wegeleitsystem und der Reisendeninformation (ZIM-Monitore) – und nicht zuletzt der Abriss des alten Bahnhofsgebäudes. Das wird durch ein neues Eingangsportal ersetzt. Eine Aufgabe, die die Stadt übernimmt.

Holger Lange, der zuständige Fachdienstleiter in der Stadtverwaltung, sagt, die Kommune werde in das Bahnhofsvorhaben rund 470 000 Euro stecken. Für den Großteil sei bereits ein Zuschuss beim Zweckverband beantragt und von dem auch schon bewilligt worden. Dabei gehe es um eine Kostenübernahme von 90 Prozent.

Konkret spricht er von einem Glasüberdach, das vor der Unterführung entstehen werde und auch als Aufenthaltsbereich dienen soll. Die Neuplanung sieht, wie schon jetzt, auf der linken Seite Platz für Fahrräder vor. Der Fachdienstleiter erklärt, es werde ein Fahrradparkhaus mit 180 Stellplätzen entstehen, wobei für die Unterbringung auch ein Hebesystem zum Einsatz kommen soll. Rechts des Portals wird nach Angaben Langes die neue Rampe gebaut, die flacher sein werde als die bestehende und über Zwischenpodeste verfügen soll.

Erster Schritt der Gesamtmaßnahme, so DB Station & Service AG und NWL, werde im zweiten und dritten Quartal 2022 die Erhöhung und Modernisierung des Bahnsteigs am Gleis 1 sein. Im dritten und vierten Quartal folgt dann der Bahnsteig an den Gleisen 2 und 3. Zur letzten Etappe gehören anschließend die Arbeiten in der Unterführung, der Abriss des Bahnhofsgebäudes, den Bahn und Stadt gemeinsam finanzieren, der Bau der Rampe und der Einbau des Aufzugs sowie die Errichtung des Eingangsportals.

Zu den nahen Pkw-Parkplätzen und den weiteren Fahrradständern sagt Holger Lange, dass die Stadt diese Bereiche im Blick habe. Veränderungen seien dort momentan aber keine geplant.

Lengerichs Wirtschaftsförderer Jürgen Kohne kommentiert den Zeitplan mit den Worten: „Wir freuen uns, dass die Planungen vorangehen, hätten uns aber auch eine etwas zeitnahere Umsetzung gewünscht.“

 

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