Zahl der Infizierten seit Wochen auf hohem Niveau
Ein Hotspot ist nicht auszumachen

Lengerich -

Während des Lockdowns im Frühjahr schnellte in Lengerich die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen in die Höhe und fiel nach einigen Wochen wieder steil ab. Jetzt ist es anders. Seit Oktober verharren die Infizierten-Zahlen auf hohem Niveau.

Samstag, 16.01.2021, 06:57 Uhr aktualisiert: 16.01.2021, 07:00 Uhr
Zahl der Infizierten seit Wochen auf hohem Niveau: Ein Hotspot ist nicht auszumachen
Foto: dpa

Der Inzidenzwert für die Stadt Lengerich hat seit Weihnachten vier mal die Marke von 200 Fällen (hochgerechnet auf 100 000 Einwohner) überschritten. Das ist am zweiten Weihnachtstag sowie am 3., 4. und 12. Januar der Fall gewesen.

Handlungsbedarf ergibt sich für die Stadt daraus nicht. Im Gegenteil, ihr sind die Hände gebunden. „Ausschlaggebend ist der Inzidenzwert für den Kreis Steinfurt“, erläutert Martin Pogrifke . Eigene Regeln, beispielsweise eine Ausgangssperre, dürfe die Stadt nicht aufstellen. Am Freitag lag der Wert für den Kreis Steinfurt bei 123,4.

Sollte, was niemand hofft, die Marke von 200 überschritten werden, würde des Kreisgesundheitsamt in Absprache mit dem Gesundheitsministerium in Düsseldorf über erforderliche Schritte beraten. Denkbar wäre in einem solchen Fall eine Ausgangssperre ebenso wie die Beschränkung des persönlichen Bewegungsraums auf einen Radius von 15 Kilometern um den Wohnort. In einem solchen Fall ist die Stadt nur dazu verpflichtet, diese Vorgaben umzusetzen und deren Einhaltung zu kontrollieren.

62 akute Infektionsfälle am Freitag, 59 am Donnerstag, 57 am Mittwoch – von einem deutlichen Absinken der Zahlen ist in Lengerich auch einen Monat nach Beginn des zweiten Lockdowns am 16. Dezember nicht wirklich etwas zu sehen. Und es wird zunehmend deutlich, dass die Kurve, die die Entwicklung darstellt, im Herbst und Winter einen anderen Verlauf nimmt als im Frühjahr vergangenen Jahres.

Seinerzeit war es so, dass die Werte ab etwa Mitte März bis Mitte April stark zunahmen, dann aber auch bis Mitte Mai wieder stark zurückgingen. Anders in den vergangenen Monaten: Ab Ende Oktober schossen die vom Kreis ermittelten und veröffentlichten Zahlen wieder in die Höhe, erreichten zwischenzeitlich mit Werten von über 70 neue Rekordmarken und verharren nunmehr seit Wochen bei relativ geringen Schwankungen auf hohem Niveau. Der zweite Lengericher „Corona-Berg“ hat somit eine gänzlich andere Form als der erste.

Aus der Stadtverwaltung heißt es zur aktuellen Lage, dass es dort keine Analyse des lokalen Infektionsgeschehen gebe, somit auch keine Ursachen für die Entwicklung ausgemacht werden könnten. Fest stehe aber, dass es keinen Hotspot in der Kommune gebe.

Die letzte Aussage könnte indes ein Hinweis darauf sein, warum sich der Herbst/Winter-Verlauf so sehr vom Frühjahr unterscheidet. Als im April die bis dahin höchsten Werte erreicht wurden, gab es fast zeitgleich mit der Helios-Klinik und Haus Widum zwei Einrichtungen, in denen eine ganze Reihe von Covid-Infektionen festgestellt wurden. Parallel mit den erfolgreichen Bemühungen dort, das Virus in den Griff zu bekommen, gingen die Fallzahlen zurück.

Nun scheint es so, als sei es breiter in der Bevölkerung Lengerichs gestreut – und kann somit nicht gezielt durch Schließung einer Einrichtung oder ähnliches eingedämmt werden.

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