Anzeige gegen Lengericher Unternehmer
Nach Impf-Drohung: Jurist spricht von „versuchter Nötigung“

Lengerich/Berlin/Münster -

Ein Jurist aus Berlin hat Strafanzeige gegen den Lengericher Uwe Mentrup wegen dessen hochumstrittenen Facebook-Beitrags bei der Staatsanwaltschaft Münster erstattet. Der Vorwurf: versuchte Nötigung. [Mit Video]

Mittwoch, 20.01.2021, 17:18 Uhr aktualisiert: 20.01.2021, 17:38 Uhr
Anzeige gegen Lengericher Unternehmer: Nach Impf-Drohung: Jurist spricht von „versuchter Nötigung“

Droht dem Lengericher Uwe Mentrup nach seinem hochumstrittenen Facebook-Eintrag bald juristischer Ärger? Malte May, ein Jurist aus Berlin, hat eigenen Angaben zufolge zumindest Anzeige gegen den Unternehmer bei der Staatsanwaltschaft Münster erstattet. Der Vorwurf, den er gegen den Unternehmer erhebt, lautet versuchte Nötigung.

Mentrup hatte in seinem Beitrag, der bald wieder gelöscht war, Mitarbeitern damit gedroht, dass er ihnen kündigen würde, sollten sie sich gegen Corona impfen lassen. Für Empörung sorgte das nicht nur bei vielen Facebook-Nutzern. Auch er sei „definitiv fassungslos“ gewesen, als ihm seine Schwester einen Screenshot (Bild vom aktuellen Bildschirminhalt eines Computers) mit den Aussagen des Firmenchefs schickte, so May. „Es ist eine Sache, wenn sich jemand nicht impfen lassen will, jedoch eine ganz andere, wenn er andere daran hindert.“ Mit seiner Anzeige wolle er die Staatsanwaltschaft zumindest auf den Fall aufmerksam machen.

Video in Kooperation mit dem WDR:

Die wird nach Angaben von Pressesprecher Martin Botzenhardt nun prüfen, ob ein Anfangsverdacht gegen Mentrup vorliegt. Wenn nicht, werde der Erstatter der Anzeige darüber benachrichtigt. Wenn doch, würden die eigentlichen Ermittlungen, beispielsweise die Befragung des Beschuldigten und von Zeugen, beginnen. Wie lange die Prüfung dauern werde, könne er nicht sagen, erklärt Botzenhardt.

Der Begriff Nötigung wird im Strafgesetzbuch definiert. Sie liegt vor, wenn jemand „einen Menschen rechtswidrig mit Gewalt oder durch Drohung mit einem empfindlichen Übel zu einer Handlung, Duldung oder Unterlassung nötigt“. In Absatz 3 ist festgelegt, dass auch der Versuch strafbar ist.

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