Wie läuft das Homeschooling? HAG bereitet zweite Evaluation vor
Abiturienten hängen in der Luft

Lengerich -

Kurz vor dem Lockdown im Dezember hatte das Hannah-Arendt-Gymnasium geprüft, wie es digital aufgestellt ist. Das Ergebnis war gut. Jetzt soll es eine zweite Evaluation geben. Derweil wissen die Abiturienten nicht, ob und wann sie vor den Klausuren noch einmal in die Schule dürfen.

Mittwoch, 03.02.2021, 05:49 Uhr
Präsenzunterricht gibt es seit Mitte Dezember nicht mehr. Ob es für einzelne Klassen, beispielsweise Abiturienten, ab Montag Lockerungen geben wird? Eine Entscheidung des Kultusministeriums in Düsseldorf steht aus.
Präsenzunterricht gibt es seit Mitte Dezember nicht mehr. Ob es für einzelne Klassen, beispielsweise Abiturienten, ab Montag Lockerungen geben wird? Eine Entscheidung des Kultusministeriums in Düsseldorf steht aus. Foto: Jörn Hannemann

Die Technik, das wird im Telefonat mit Angelika Elsermann deutlich, ist das geringste Problem beim Distanzunterricht. „Bei einzelnen Schülern gab es mal Probleme mit der WLAN-Verbindung“, sagt die Leiterin des Hannah-Arendt-Gymnasiums ( HAG ). Ansonsten laufe der Unterricht ohne große Ruckeleien.

Einen erheblichen Teil dazu beigetragen hat nach Einschätzung der Oberstudiendirektorin die kurz vor dem Lockdown durchgeführte Evaluation des HAG. Jetzt steht die zweite sach- und fachgerechte Untersuchung und Bewertung des Homeschool­ings an. Der erste Durchgang Anfang Dezember – kurz vor dem Lockdown – brachte viele Rückmeldungen.

In einigen wenigen Fällen hat es Störungen des Digitalunterrichts gegeben.

Angelika Elsermann, HAG-Leiterin

Darauf setzt Angelika Elsermann auch jetzt wieder. „Wir sind ein lernendes System“, unterstreicht sie, dass das HAG ständig um Verbesserungen bemüht sei. Dafür seien Rückmeldungen von Schülern, Eltern und aus dem Kollegium wichtig. Wobei, daran hat die Schulleiterin keinen Zweifel, die jeweilige familiäre Situation eine wichtige Rolle spiele.

Und ja, in „einigen, wenigen Fällen“ habe es auch Störungen des Digital-Unterrichts gegeben, ausgelöst von Schülern. Als Beispiel nennt sie das gegenseitige Stummschalten während des Unterrichts. Nicht nur diesem – offenbar als Scherz gedachten – Verhalten hat das HAG einen Riegel vorgeschoben. Ein Technik-Team behalte alles im Auge. „Die steuern sofort gegen, wenn etwas nicht zu den verbindlichen Standards passt, die wir uns gegeben haben“, spricht Angelika Elsermann von einer Art Help-Desk.

Verbindliche Standards sind vorgegeben

Vielleicht auch deshalb sei es nur vereinzelt notwendig geworden, den Eltern zu schreiben. Mit dem Hinweis auf die klaren Vorgaben – unter anderem muss die Kamera im Unterricht ständig eingeschaltet sein – und dem Hinweis auf den gegenseitig zu erbringenden Respekt sei das alles problemlos geregelt worden.

Auch wenn das Gymnasium „technisch hervorragend aufgestellt“ ist, das Miteinander im Unterricht, ohne Masken und Distanz, fehle den Beteiligten – Schülern wie Lehrern. Wann das wieder der Fall sein wird? Am Telefon sieht man es nicht, aber es ist fast zu spüren, dass die Oberstudiendirektorin mit den Schultern zuckt. „Die Vorklausuren stehen bald an, wir warten auf Düsseldorf“, sagt sie.

Viel Zeit bis zu den Abi-Klausuren bleibt dann nicht mehr. Im Fach Englisch sollen die am 23. April beginnen. Bis zum 5. Mai, so ist es dem Internet-Auftritt des Landeskultusministerium zu entnehmen, sollen die schriftlichen Prüfungen gelaufen sein. Was in diesem Jahr beim Zentralabitur entfällt, ist die externe Zweitkorrektur.

Aus Düsseldorf braucht es konkrete Vorgaben.

Angelika Elsermann

Ob die Abiturienten ab Montag wieder Präsenzunterricht haben werden – nach den Erfahrungen der Vergangenheit könnte die Entscheidung aus Düsseldorf wieder kurzfristig fallen. Egal, ob Ende des Lockdowns oder Verlängerung. Die GAG-Leiterin hofft zudem auf „ein bis zwei Wochen mehr Vorbereitungszeit“ für die Schüler des Abschlussjahrgangs Q2. Und konkret sollte das, was aus Düsseldorf erwartet wird, auch sein. „Es kann nicht sein, dass jede Schule das für sich regelt“, kritisiert sie. Zumal ja auch noch Kooperationspartner eingebunden werden müssten. Beim Hannah-Arendt-Gymnasium ist es das Graf-Adolf-Gymnasium Tecklenburg.

Generelle Themen, gegenüber die individuellen Dinge, die am HAG moniert worden sind, verblassen. „Die Menge der Hausaufgaben ist schon mal kritisiert worden“, nennt Angelika Elsermann ein Beispiel. Was aber nicht zwingend mit dem digitalen Unterricht in Zusammenhang stehen muss. Gleichwohl wird auch das bei der bald virtuell tagenden Schulkonferenz angesprochen.

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