Umfangreiche Gehölzpflege- und Fällarbeiten am Vortlager Damm
Viele Rotbuchen sind krank

Lengerich -

Fachleute haben die Rotbuchen am Vortlager Damm untersucht und festgestellt, dass sich viele Bäume in einem schlechten „Vitalitätszustand“ befinden. Die „Therapie“ beginnt in diesen Tagen in Form von Gehölzpflege und Fällarbeiten.

Mittwoch, 03.02.2021, 15:36 Uhr aktualisiert: 03.02.2021, 17:26 Uhr
Zahlreiche Bäume am Vortlager Damm sind rot markiert worden – Vorboten der anstehenden umfangreichen Arbeiten.
Zahlreiche Bäume am Vortlager Damm sind rot markiert worden – Vorboten der anstehenden umfangreichen Arbeiten. Foto: Stadt Lengerich

Wer in den vergangenen Wochen im Bereich des Vortlager Dammes zwischen Kuhdamm und Niederlengericher Damm zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs war, hat eine Vielzahl von roten Punkten auf den Stämmen der Alleebäume entdecken können. Hintergrund dieser Kennzeichnung ist, dass die Stadt Lengerich auf einem circa 250 Meter langen Teilstück der geschützten Allee Gehölzpflege- und Fällarbeiten durchführen wird. Ein Aktion, die in Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Steinfurt (UNB) stattfinde, wie die Verantwortlichen betonen.

Demnach hat ein Fachgutachten bestätigt, dass sich viele der dort stehenden Rotbuchen in einem schlechten Vitalitätszustand befinden, wie es im Fachjargon heißt. In den Kronen der betroffenen Bäume befinde sich jeweils ein hoher Anteil abgestorbener, absterbender und pilzbesiedelter Äste, die auf die Straße herunterfallen können und somit entnommen werden müssen.

Laut Expertise haben sich zudem auf vielen sogenannten Starkästen in jüngerer Vergangenheit Fruchtkörper verschiedener Pilzarten wie Pfennig-Kohlkruste, Buchen-Kohlbeere und Buchen-Eckenscheibchen ausgebildet. Diese verschiedenen Krankheits- und Schadbilder treten nach Angaben der Stadt neuerdings im gesamten Bundesgebiet gehäuft an Rotbuchen auf – ein Phänomen, das mit dem Begriff Buchenvitalitätsschwäche definiert wird.

Gründe für diese Vielzahl an Krankheitsbildern seien die anhaltende Trockenheit, hohe Temperaturen, die eine vorzeitige Eiweißgerinnung unter der Rinde zur Folge haben, und die hohe Bodenverdichtung durch Kraftfahrzeuge in den straßenseitigen Randbanketten entlang dieses Allee-Abschnittes. Dadurch werde der Versorgungs- und Wasserstress für die Buchen zusätzlich erhöht, da eine Neubildung von saugenden Feinwurzeln im obersten Bodenhorizont erheblich verringert werde.

„Eine größere Anzahl der vorhandenen Bäume sind bereits abgestorben beziehungsweise stirbt aktuell ab, sodass im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht in dem betroffenen Teilabschnitt bis Ende Februar Gehölzpflege- und Fällarbeiten unausweichlich sind“, heißt es in einer Pressemitteilung. Während dieser Arbeiten ist mit Verkehrsbeeinträchtigungen zu rechnen.

Im Vorfeld wird, nach Rücksprache mit der UNB, zurzeit eine Artenschutzprüfung durchgeführt, so die Stadtverwaltung weiter. Dabei gehe es unter anderem um die Frage, ob in den betroffenen Bäumen ein Bestand von schützenswerten Tierarten vorhanden sein könnte.

Da die Allee am Vortlager Damm als Landschaftselement einen besonderen Schutz genieße und einen hohen Freizeitwert besitze, seien neben der Entnahme der geschädigten Bäume auch Handlungsstrategien mit dem Fachgutachter für Baumpflege und der UNB entwickelt worden, wie und in welchem Umfang eine Nachpflanzung von Allee-Bäumen erfolgen kann.

Der Lokalpolitik seien trotz der eingeschränkten Möglichkeiten (ohne öffentliche Sitzungen der Ausschüsse) die Handlungsalternativen aufgezeigt und mit ihr die weitere Vorgehensweise abgestimmt worden. Nach der Entnahme geschädigter Bäumen sollen im Herbst neue Bäume angepflanzt werden. Die Baumart werde noch mit dem Kreis abgestimmt.

Um die Pflanzmaßnahmen mitzufinanzieren, möchte die Verwaltung auch auf eine Anregung der Politik zurückgreifen, die im vergangenen Jahr im Rahmen einer Diskussion über den Umgang mit Bäumen im Stadtgebiet genannt wurde. „Nach Auffassung der Verwaltung würde an der ,historischen Allee Vortlage‘ eine Allee von ,Jubiläumsbäumen‘ ein hervorragendes Bild abgeben.“ Gemeint ist damit die Möglichkeit für Bürger, etwa bei einem runden Geburtstag einen Baum auf öffentlichem Grund zu stiften.

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