In der katholischen Kirchengemeinde werden 250 Ostertüten gepackt
Kleine Gaben statt feierliche Gottesdienste

Lengerich -

Glücklich ist Pfarrer Peter Kossen mit den Corona-bedingten massiven Einschränkungen zu Ostern nicht. Aber in der katholischen Kirchengemeinde versucht man, das Beste aus der Situation zu machen. Und das bedeutet unter anderem, dass 250 Ostertüten bestückt werden. 100 gehen in Alteneinrichtungen, die anderen können in den Kirchen von Gläubigen abgeholt werden.

Sonntag, 28.03.2021, 16:34 Uhr aktualisiert: 29.03.2021, 16:38 Uhr
Im Gemeindehaus St. Margareta sind Ostertüten zusammengestellt worden.
Im Gemeindehaus St. Margareta sind Ostertüten zusammengestellt worden. Foto: Michael Baar

Beim Blick von außen in den Saal des Gemeindehauses St. Margareta kommt unwillkürlich der Eindruck eines Rundlaufs auf. Emsig bewegen sich Personen entlang der U-förmig auf gestellten Tische. An verschiedenen Stationen stecken sie Dinge in eine rote Papiertüte. Beim Näherkommen wird klar, um was es sich handelt: Die Ostertüten der katholischen Kirchengemeinde Seliger Niels Stensen werden gepackt.

Seit dem Wochenende können diese Grüße in den Gotteshäusern der Gemeinde abgeholt werden. Insgesamt 250 Ostertüten werden an diesem Nachmittag bestückt. 100 von ihnen sind für Altenheime bestimmt. Diese Grußbotschaften kommen ohne eine Kerze aus.

Was sich in den roten Behältnissen verbirgt, erläutert Peter Kossen . Da gibt es ein Heft mit Anleitungen für Hausgottesdienste für die Tage von Gründonnerstag bis Ostern . Eine weitere Broschüre lädt zum Kreuzweg ein, einmal Erwachsene, eine zweite Version Kinder. „Ein Gruß der Gemeinde gehört ebenfalls dazu sowie das Osterevangelium“, zählt der Pfarrer weitere Bestandteile auf. Das Motiv des ökumenischen Hungertuchs ergänzt den Gruß ebenso wie Gedanken des Hilfswerks Missio, ein Bio-Osterei, etwas Süßes sowie ein geweihter Palmzweig und eine kleine Osterkerze.

Dem Geistlichen ist deutliche anzumerken, dass er mit dieser Form der Kar- und Osterliturgie nicht wirklich glücklich ist. „Es fehlt die Form, es fehlt die Gemeinschaft“, nennt er zwei Aspekte, die er vermisst. Aber die Corona-Pandemie lasse keine andere Möglichkeit, ist er sich bewusst.

„Ostern ist ein bisschen wie ein luftleerer Raum“, sieht er sich und das gesamte Seelsorgeteam mit einer bislang nicht gekannten Version des höchsten Festes der Christenheit konfrontiert. „Wir werden versuchen, präsent zu sein.“ Was nichts anderes heißen soll, als dass die Kirche sich nicht verstecken werde.

Mehr Zeit für persönliche Dinge? „Meine Eltern hätte ich ohnehin besucht. Das wird jetzt mit meinen Geschwistern abgestimmt, damit wir nicht alle auf einmal dort auflaufen“, antwortet er. Auch wenn die Osternacht-Liturgie auf der Freilichtbühne nicht stattfinden wird – diesen Ort möchte die Kirchengemeinde gerne weiter für besondere Feiern nutzen. Da ist zum einen die bereits terminierte Firmung. Und auch die im vergangenen Jahr erstmals durchgeführte Christmette auf der Bühne soll in diesem Jahr auch dort stattfinden.

Wesentlich näher ist ein anderes Gebot der Kirchengemeinde. Die für den Kreuzweg geplanten Stationen werden in den Fenstern des Gemeindehauses präsentiert. „Da kann jeder hingehen, wann er Zeit hat“, versucht Peter Kossen, das Positive an den ganzen Beschränkungen hervorzuheben.

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