Preise für Acker und Grünland trotz Steigerungen auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau
Flächenkäufe sind die Ausnahme

Lengerich -

7,70 Euro sind in Lengerich für einen Quadratmeter Acker zu bezahlen. So steht es im aktuellen Grundstücksbericht für die Stadt. Damit bewegt sich das Preisniveau unter dem in vielen anderen Kommunen im Kreis, gleichwohl ist es in den vergangenen Jahren gestiegen. Da landwirtschaftliche Flächen meist verpachtet und nicht verkauft werden, sind die Auswirkungen der Entwicklung für die überwiegende Zahl der Bauern gering.

Mittwoch, 14.04.2021, 12:19 Uhr aktualisiert: 14.04.2021, 15:38 Uhr
Laut Grundstücksmarktbericht müssen in Lengerich für einen Quadratmeter Acker 7,70 Euro bezahlt werden. Derlei Geschäfte sind nach den Worten von Frank Osterhaus, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsvereins, allerdings eher selten, denn meist werde verpachtet, nicht verkauft.
Laut Grundstücksmarktbericht müssen in Lengerich für einen Quadratmeter Acker 7,70 Euro bezahlt werden. Derlei Geschäfte sind nach den Worten von Frank Osterhaus, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsvereins, allerdings eher selten, denn meist werde verpachtet, nicht verkauft. Foto: Michael Baar

Dass Grund und Boden in Lengerich teurer werden, spüren nicht nur Bauwillige, die auf der Suche nach einem Grundstück sind. Auch in der Landwirtschaft muss für Flächen zunehmend mehr Geld auf den Tisch gelegt werden. So hat sich der Preis für Grünland in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt. Das geht aus dem aktuellen Grundstücksmarktbericht für Lengerich hervor.

Frank Osterhaus , Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsvereins Lengerich, sieht diese Entwicklung indes relativ gelassen. Er sagt, dass der Verkauf von landwirtschaftlichen Flächen, so sie denn nicht für Bauland oder Gewerbegebiete bestimmt sind, die Ausnahme sei. „In weit über 90 Prozent der Fälle wird verpachtet“, sagt er. Das Risiko, für einen Hektar, womöglich auch noch kreditfinanziert, hohe Summen auf den Tisch zu legen, würde seiner Einschätzung nach ohnehin kaum ein Berufskollege eingehen. „Trotz der niedrigen Zinsen, dafür sind die Zukunftsaussichten einfach viel zu unsicher.“

Festhalten lässt sich, dass einerseits die Preise erheblich anziehen. War laut dem Bericht ein Quadratmeter Ackerland in Lengerich 2011 noch für 2,80 Euro und 2016 für 4,10 Euro zu bekommen, sind derzeit (Stichtag 1. Januar 2021) 7,70 Euro fällig. Beim Grünland lag der Quadratmeterpreis 2011 bei 1,50 Euro, 2016 dann bei 2,10 Euro und jetzt bei 3,20 Euro. Andererseits sind landwirtschaftliche Flächen in Lengerich im Vergleich zu den anderen Kommunen im Kreis günstig. Grünland ist laut der Auswertung nur in Westerkappeln billiger (drei Euro pro Quadratmeter). Und beim Ackerland liegen nur vier andere Städte und Gemeinden unter dem hiesigen Niveau. Allerdings heißt selbst das, dass für einen Hektar 77 000 Euro zu bezahlen wären, also ein hübsches Sümmchen.

Landwirtschaftliche Flächen seien in der Region, anders als etwa in den östlichen Bundesländern, noch nicht zum Spekulations- und Anlageobjekt für große Investoren geworden, meint Frank Osterhaus. Ihm sei zumindest kein derartiger Fall bekannt. „Wahrscheinlich sind die Flächen hier dafür auch einfach zu klein.“ Dass zehn oder gar 20 Hektar am Stück auf dem Markt seien, gebe es nur selten.

Indirekt, glaubt der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Ortsvereins, werden die Preissteigerungen bei den wenigen Verkäufen aber auch Auswirkungen auf viele Bauern haben. Denn früher oder später schlage sich dieser Trend wohl bei der Höhe der Pachten nieder. Doch das sei, im Vergleich mit den vielen anderen Problemen in der Branche, nichts, was ihm übermäßig große Sorgen bereite.

Ähnlich äußert sich Osterhaus mit Blick auf die Flächenbedarfe für Gewerbe und Wohnen. Bislang habe es bei diesen Fragen immer ein gutes Einvernehmen mit der Stadt gegeben. Er gehe davon aus, dass das auch weiterhin so sein wird. „Lengerich soll sich ja weiterentwickeln können.“ Wichtig sei dabei aber, vor allem im Wohnbaubereich zu schauen, wo Nachverdichtung möglich ist und nicht einfach im Grünen neu auszuweisen.

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