Hannelore Ewerlin präsentiert ihr drittes Kinderbuch
Enkelin als gestrenge Lektorin

Lengerich -

Der deutsche Steinkohlenbergbau ist Geschichte. Hannelore Ewerlin hat in ihrem dritten Kinderbuch das Thema Kohle aufgegriffen. „Woher sollen die Kinder wissen, was ein Bergwerk ist“, fragt sie und gibt eine kindgerechte Antwort.

Samstag, 01.05.2021, 06:02 Uhr aktualisiert: 01.05.2021, 06:10 Uhr
„Ein Feuerflug von Fre und Nik in die Kohlezeit“ ist das dritte Kinderbuch von Hannelore Ewerlin.
„Ein Feuerflug von Fre und Nik in die Kohlezeit“ ist das dritte Kinderbuch von Hannelore Ewerlin. Foto: mba

Angefangen hat sie vor gut zehn Jahren mit einem Roman. Drei Jahre später schreibt Hannelore Ewerlin die erste Geschichte des Kreuzkopfpelikans FreNik. 2019 erscheint die zweite Geschichte mit „Fre“ und „Nik“. Die Namenstrennung geht auf das erste Buch zurück, in dem FreNik seinen verlorenen Zwillingsbruder sucht und findet.

Jetzt starten die beiden großen Wasservögel zum „Feuerflug von Fre und Nik in die Kohlezeit“. Es ist das dritte Kinderbuch der Lengericherin. Die Idee ist ihr mit Blick auf eine aussterbende Branche gekommen. „Die Bergwerke sind geschlossen worden und ich habe das Buch geschrieben, damit Kinder wissen, was das überhaupt gewesen ist“, erzählt sie im Gespräch mit den Westfälischen Nachrichten .

Eine Reise durch die Zeit

Herausgekommen ist eine Reise durch die Zeit, die ihren Anfang nimmt mit glühenden Kohlen, die ein Schweinehirte zufällig entdeckt. Beim Versuch, die rot glühenden „Steine“ anzufassen, zuckt seine Hand sofort zurück. Und bringt Fre und Nik auf den richtigen Kurs in Richtung Kohle.

Los geht‘s mit den Meilern, in denen vor Jahrhunderten aus Holz Holzkohle entstanden ist. Leicht verständlich beschreibt Hannelore Ewerlin, wie dieses Prinzip funktioniert. „Meine jüngste Enkelin liest immer Korrektur“, lacht sie. Und da käme dann auch schon mal eine klare Ansage der Zehnjährigen, wenn sie etwas nicht auf Anhieb verstanden hat.

In einem Stollen beginnt die Reise in die Zeit der Bergwerke. Sehr anschaulich beschreibt die 73-Jährige die einzelnen Bereiche, die in der Summe erst eine Förderstätte ergeben. Dazu gehört die Fahrt mit dem Förderkorb in die Tiefe ebenso wie das Krabbeln durch das Streb, in dem die Kohleflöze abgebaut werden.

Mit dem Ausfahren und dem Weg von der Schwarz- in die Weißkaue könnte die Geschichte zu Ende sein. Ist sie zum Glück aber nicht, denn Hannelore Ewerlin hat Fre und Nik den Weg des geförderten „schwarzen Goldes“ weiter verfolgen lassen. So führt der Flug nicht nur in ein Kraftwerk, sondern auch in eine Skihalle und zu einem Landschaftsbauwerk. So richtig rund wird die Geschichte dann durch die Erklärungen zum Barbarafest, der Schutzpatronin der Bergleute.

Meine jüngste Enkelin hat schon gesagt, was ich als nächstes schreiben soll: ein Pferdebuch.

Hannelore Ewerlin

Die Recherche sei aufwendig gewesen, sagt sie mit Blick auf das Auslaufen des deutschen Steinkohle-Bergbaus. Im Deutschen Bergbau-Museum in Bochum ist sie gewesen, schon vor Corona-Zeiten. Nimmt man ihren Onkel hinzu, der in Bochum lebt und im Bergbau gearbeitet hat, ist es das auch schon mit persönlichen Erfahrungen. „Eine Kohleheizung hatten wir früher“, fügt sie mit einem Lächeln hinzu.

Auch wenn ihr drittes Kinderbuch gerade erst auf dem Markt ist: Es wird ein viertes geben und das Thema steht auch schon fest. „Meine Enkelin hat mir sehr deutlich gesagt, dass das nächste Buch ein Pferdebuch sein soll“, schmunzelt sie.

„Ein Feuerflug von Fre und Nik in die Kohlezeit“ (ISBN 978-3-96940-133-0), Engelsdorfer Verlag, gibt es für zwölf Euro im Buchhandel.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7944225?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F175%2F
Nachrichten-Ticker