Entwicklung der Einwohnerzahlen
Lengerich mit negativer Bilanz

Lengerich -

Die Stadt Lengerich will mit ihren Möglichkeiten punkten und Neubürgerinnen und -bürger gewinnen. Aus Sicht des Statistischen Landesamts hat dieser Plan im vergangenen Jahr nicht funktioniert. Die Einwohnerzahl ist geschrumpft. Ganz anders die Lage in den Nachbarkommunen Ladbergen, Lienen und Tecklenburg. Dort freut man sich über teils dreistellige Zuwachsraten.

Dienstag, 04.05.2021, 17:20 Uhr aktualisiert: 05.05.2021, 17:16 Uhr
Eine rege Bautätigkeit in einem Neubaugebiet wie hier im Quartier L an der Bergstraße hat es in Lengerich in den vergangenen Jahren eher seltengegeben.
Eine rege Bautätigkeit in einem Neubaugebiet wie hier im Quartier L an der Bergstraße hat es in Lengerich in den vergangenen Jahren eher seltengegeben. Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

Die Stadt will wachsen, mehr Menschen für ein Leben in Lengerich begeistern. Das ist das immer wieder proklamierte Ziel von Rat und Verwaltung. Mit Blick auf das, was die Kommune zu bieten hat – beispielsweise Schulen, Kultur, Arbeitsplätze, Einkaufsmöglichkeiten –, sollte das nicht unmöglich sein. Die Realität ist allerdings ernüchternd. Die Einwohnerzahl sinkt.

Ende vergangenen Jahres lebten 55 Menschen weniger in der Stadt als zu Jahresbeginn. Das hat das Statistische Landesamt IT.NRW ausgerechnet. Dabei hat das Jahr 2020 gut begonnen. Im ersten Quartal sind 35 Menschen mehr nach Lengerich gezogen, als die Stadt verlassen haben. Und auch im vierten Quartal liegt die Zahl der Zuzüge um 27 über dem Wert der Wegzüge.

Zwischen April und August weist die Statistik allerdings durchgehen ein Minus aus. Im September halten sich Zu- und Wegzüge mit jeweils 132 Personen die Waage. Besonders gravierend ist die Entwicklung im sogenannten Wonnemonat Mai. 67 Personen sind nach Lengerich gezogen, haben hier ihren Wohnsitz genommen. Dem stehen 145 Menschen gegenüber, die der Stadt den Rücken gekehrt haben. Ein Minus von 78 Leuten.

Eine stichhaltige Erklärung für diesen Schwund hat die Stadtverwaltung nicht. Martin Pogrifke äußert allerdings eine Vermutung. „In Zusammenhang mit der ersten Corona-Welle haben wir die Verantwortlichen von großen Miethäusern darauf hingewiesen, ihre Unterlagen bezüglich der dort Wohnenden zu aktualisieren“, erläutert der Fachdienstleiter Sicherheit und Ordnung auf Anfrage der Westfälischen Nachrichten. Möglicherweise sei es dort zu Bereinigungen der Papiere gekommen. Sprich, in einer Wohnung waren beispielsweise fünf Personen gemeldet, aktuell lebten dort aber nur drei.

Zusammenhänge, über die man sich in Ladbergen, Lienen und Tecklenburg keine Gedanken machen muss. Alle drei Kommunen weisen nach Angaben des Landesamts für das vergangene Jahr ein Plus bei der Einwohnerzahl aus. In Ladbergen (119) und Tecklenburg (116) im dreistelligen Bereich, in Lienen lebten am Ende des Vorjahres 43 Menschen mehr als zu Jahresbeginn.

Lediglich drei Monate mit einem einstelligen Minus sind es in Ladbergen gewesen. Unter dem Strich sprechen die Zahlen für ein kontinuierliches Wachstum. Ähnlich das Bild in Tecklenburg mit ebenfalls nur drei Monaten mit einem Minus. In Lienen sind in vier Monaten mehr Weg- als Zuzüge registriert worden. Im Oktober haben sich die Zahlen mit jeweils 39 Personen die Waage gehalten.

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