Lienen
De Saal is strieke vull

Sonntag, 24.02.2008, 15:02 Uhr

Lienen . Wenn der Heimatverein zum traditionellen „Moosiäten“ lädt, dann lassen sich die Lienener nicht lange bitten. Und selbst in der Nachbarschaft hat das gesellige Grünkohlessen längst viele Freunde gefunden, so dass auch rund zwei Dutzend „Grenzgänger“ befreundeter Heimatvereine am Freitagabend den Weg in den Saal Wittmann zu fanden. „De Saal is strieke vull“, freute sich Friedel Stegemann und konnte mit Mitgliedern des Schützenvereins Lienen von 1893 sogar einen eigenen „Security-Service“ vorstellen. Alle Gäste erwartete ein köstliches, leicht verdauliches Programm, in dessen Mittelpunkt natürlich der Genuss des kräftig-deftigen Wintergemüses stand.

Als Vorspeise servierte der MGV Höste unter der Leitung von Egon Koch den Heimatfreunden ein buntes Melodienallerlei. Der Grünkohlduft stieg den knapp 200 Gästen schon in die Nase, aber noch mussten sie sich ein wenig gedulden, denn zwei energiegeladene Damen stürmten in den Saal. „Ne, ne, dat kann nu noch nich losgoahn met dat Moosiäten“, fanden Hannelore Hunecke und Renate Berdelmann von der plattdeutschen Sing- und Lesegruppe, denn sie suchten nicht nur einen freien Platz, sondern auch noch einen Mann.

Nach so viel „Upregung“ schmeckte der Grünkohl natürlich besonders gut. Ein kleines „Verdauungsschnäppsken“ von Kiepenkerl Hans Dieter Welp durfte auch nicht fehlen.

Der genüssliche „Nachtisch“ wurde dann wieder auf der großen Bühne im Wittmannschen Saal serviert, und das in gleich drei verschiedenen „Geschmacksrichtungen“ – da war für jeden etwas dabei. Zwei lustige Sketche aus dem sprichwörtlichen „richtigen Leben“ hatte die plattdeutsche Theatergruppe „De Fidelen“ unter der Regie von Gerd Schomberg vorbereitet und begeisterte das Publikum. Ein kleiner Vorgeschmack auf das „große Theater“, das die Gruppe mit dem Stück „Alles wegen Laura“ auch in diesem Jahr wieder vorbereitet hat.

Für Bewegung beim Heimatabend sorgten anschließend die Tänzerinnen und Tänzer der Volkstanzgruppe Lienen unter der Leitung von Arno Henke. Sie legten in ihrer farbenfrohen Tracht eine flotte Sohle aufs Bühnenparkett. Die Heimatfreunde klatschten begeistert im Takt und wollten die Tanzgruppe nicht ohne Zugabe entlassen.

Eine Extraportion Frohsinn hatte „dat Hertha “ (Angelika Gausmann aus Mettingen) in ihrem Handtäschchen mit nach Lienen mitgebracht. Sie plauderte nach dem Motto „das Leben ist hart, aber ich bin härter“ aus ihrem übervollen Nähkästchen. Sie trug mit ihrem Vortrag zur besten Unterhaltung der Grünkohlgäste im vollbesetzten Saal bei.

„Nao dat unwiese Tüch, geih’t aver jetzt an’t Fasten“, holten die beiden Kiepenkerle Friedel Stegemann und Hans Dieter Welp das Publikum augenzwinkernd zurück auf den Boden der (ortspolitischen) Tatsachen. Sie kommentierten mit ihrem ureigenen köstlichen Humor das Geschehen im „aufstrebenden Lienen“ zwischen „Piärdeäppel“ und Aldiansiedlung unter dem neu interpretierten Lienener Markenzeichen TWE: „Täglich weiter empor.“

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