Lienen
Pizza und zum Nachtisch Eis

Sonntag, 06.04.2008, 14:04 Uhr

-mm- Lienen-Kattenvenne. 12.45 Uhr: Gerade hat die Klingel für die Schülerinnen und Schüler der dritten Klasse an der Grundschule Kattenvenne das Unterrichtsende eingeläutet. Freudig stürmen sie aus ihrer Klasse und verlassen das Gebäude, um sich auf den Heimweg zu machen.

Marie, Jülide, Denise und Marek haben an diesem Tag einen kurzen Weg. Sie bleiben. Schließlich gehören sie zu den 40 Kindern, die die offene Ganztagsgrundschule in Kattenvenne besuchen.

Seit dem vergangenen Schuljahr besteht an der Grundschule Kattenvenne die Möglichkeit der Ganztagsbetreuung. „Veränderte Familienstrukturen schaffen neue Bedürfnisse“, schildert Schulleiterin Ute Nordenkemper die Situation. Viele der Kinder kommen aus Familien, in denen Vater und Mutter berufstätig sind oder leben mit einem Elternteil allein.

Pizza mit Thunfisch, Salami und Pilzen steht heute auf dem Speiseplan. Wie an jedem Tag hat Hauswirtschafterin Astrid Dubjella zuvor eingekauft und dann gekocht. Der Essensraum mit offener Küche ist hell und freundlich. Die Kinder sitzen auf Holzstühlen mit roten Beinen an kleinen Tischen. Alles wirkt wie in einem Puppenhaus. Laut ist es. Erst- und Viertklässler sitzen nebeneinander. Aufgeregt erzählen sie den Betreuern von ihren Erlebnissen. Zum Nachtisch gibt es Eis. Da strahlen die Augen der Kleinen.

Die Geburt der Einrichtung war schwierig. Im ersten Anlauf fanden sich nicht genügend Anmeldungen. Der erneute Versuch brachte den Durchbruch. Die Gemeinde Lienen als Schulträger unterstützte das Projekt. Träger der Einrichtung ist das Diakonische Werk Tecklenburg. Darüber hinaus gibt es Zuschüsse vom Land. Die Eltern werden mit einem Kostenbeitrag von fünf bis 100 Euro im Monat – je nach individuellem Einkommen – herangezogen.

Nach dem Essen stehen für die Kinder die Hausaufgaben auf dem Programm. Nach Altersgruppen getrennt haben sie sich mit den pädagogischen Kräften Inge Roskamp-König, Andrea Spreckelmeyer und Meike Manecke in verschiedene Klassenräume zurückgezogen. Da ihre Mathelehrerin heute vergessen hat, ihnen Hausaufgaben aufzugeben, nutzen Marie und ihre Freundinnen die Zeit, um an einem der Lerncomputer zu arbeiten.

„Die Kinder identifizieren sich mit der Schule und geben aufeinander acht“, erzählt Ute Nordenkemper, während sie den Mädchen über die Schulter blickt. „Im Unterricht können sie ganz genau sagen, bei welchen Aufgaben ihre Freunde aus der Ganztagsschule Probleme hatten“, fügt die Pädagogin mit dem markanten Halstuch hinzu.

Im Obergeschoss wird unterdessen noch konzentriert an den Hausaufgaben gearbeitet. Es herrscht Stille. Gemeinsam mit Andrea Spreckelmeyer sitzen drei Mädchen an einem Tisch und erledigen ihre Deutschaufgaben. Bereitwillig hilft die Pädagogin den Kindern und beantwortet ihre Fragen. Auf diese Weise wird auch dem vom Kultusministerium propagierten Ziel einer individuellen Förderung entsprochen. Die Lehrerinnen Christine Carl und Sabine Henschen helfen, dieses Ziel zu verwirklichen.

Unterdessen hat sich Marek in die Spielecke verzogen. Da es regnet, müssen die Kinder heute mit dem Spielzimmer vorlieb nehmen. „Das Essen ist toll und ich mag die Handball AG“, berichtet der Neunjährige, während er mit seinen Freunden die neuesten Pokemon-Karten beäugt. Hausaufgaben, Spiele – die Kinder machen in der Ganztagsschule nichts anderes als ihre Mitschüler daheim. Man sieht ihnen die Freude, die sie beim gemeinsamen Toben haben, an. Doch man merkt auch, dass einigen ein strukturierter Tagesablauf gut tut.

Obwohl die Einrichtung gut ausgestattet ist, bleiben Wünsche offen. „Gerade im Außenbereich können wir eine Verbesserung der Spielmöglichkeiten gebrauchen“, meint Inge Roskamp-König mit Blick auf den kommenden Sommer.

16.30 Uhr: Die Ganztagsschule schließt ihre Pforten. Vor dem Schulgebäude warten die Eltern, die ihre Kinder wieder in die Arme schließen. Auch für das sechsköpfige Team aus Lehrern und Betreuern geht ein anstrengender Tag zu Ende.

Für Interessierte bietet die offene Ganztagsschule Kattenvenne am Freitag, 16. Mai, einen Tag der offenen Tür an. Eltern können dann einen Blick hinter die Kulissen werfen und den Alltag hautnah miterleben.|

Weitere Fotos unter www.westfaelische-nachrichten.de

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