Lienen
Honig und Milch zur Stärkung

-mm- Lienen. Mit gebanntem Blick schauen die Verantwortlichen gen Himmel. So sehr willkommen ein kräftiger Regenschauer den Landwirten normalerweise ist, heute können sie ihn nicht gebrauchen. Es ist Freitagabend, kurz vor 18 Uhr...

Sonntag, 18.05.2008, 11:05 Uhr

-mm- Lienen . Mit gebanntem Blick schauen die Verantwortlichen gen Himmel. So sehr willkommen ein kräftiger Regenschauer den Landwirten normalerweise ist, heute können sie ihn nicht gebrauchen. Es ist Freitagabend, kurz vor 18 Uhr. Zur Eröffnung des 14. „Grünen Pfades“ haben sich rund 120 Radfahrer, ausstaffiert mit Regenjacke oder Schirm, auf dem Lienener Thieplatz versammelt. Fahrräder, dicht an dicht gedrängt, beherrschen das Bild.

Mitten drin steht Anneliese Harde . Die Vorsitzende der Landfrauen hat Mühe, so laut zu sprechen, dass sie auch der letzte Teilnehmer im hintersten Winkel verstehen kann. Irgendwie gelingt es ihr schließlich doch. Nach ein paar kurzen Begrüßungsworten geht es los. Langsam setzt sich der Tross in Bewegung. Friedhelm Johannaber fährt voraus. Er kennt den Weg und gibt das Tempo vor.

Es ist bereits das 14. Mal, dass sich der „Grüne Pfad“ durch Lienens Felder und Wälder schlängelt. In diesem Jahr sogar mit einem Abstecher in den Bad Iburger Ortsteil Ostenfelde. Insgesamt 20 Tafeln an ebenso vielen Standorten haben die fleißigen Helfer vom Landfrauenverband, Landwirtschaftlichem Ortsverein, Heimatverein, Imkerverein, Hegering, der Forstbetriebsgemeinschaft Lengerich sowie dem Landfrauenverband Glane-Bad Iburg und dem Landvolk Bad Iburg-Glane aufgebaut. Geballte Informationen rund um die Themen Land- und Forstwirtschaft.

„Eine gepflegte Kulturlandschaft kann nur durch Land- und Forstwirtschaft Bestand haben“, umreißt Anneliese Harde die Quintessenz dessen, was die Verantwortlichen durch den „Grünen Pfad“ zum Ausdruck bringen wollen.

Nach gut zehn Minuten hat die Gruppe die erste Station am Dorenbrook erreicht. Bereitwillig gibt dort Reinhard Niemeyer Auskunft zum Thema Schafzucht. Nur ein paar Schritte entfernt wartet Imker August Minneker auf die Radfahrer. Eigens für den „Grünen Pfad“ hat er einen Schaubienenstock aufgebaut. Hinter einer Glasscheibe können die Teilnehmer so das Treiben im Bienenstock beobachten. Unterdessen verteilt Frieda Minneker kleine Gläschen mit Honig aus eigener Produktion. Eine schöne Geste, die zu dem passt, was Anneliese Harde zuvor im Interview gesagt hat: „Wir wollen Produzenten und Verbraucher miteinander ins Gespräch bringen“.

Der „Grüne Pfad“ verbindet die Leute, dass blieb dem Beobachter an diesem Abend nicht verborgen. Und auch ein zweites: In Lienen gibt es noch eine intakte Dorfgemeinschaft. Selbst die Beziehungen zu den Nachbargemeinden funktionieren gut. So sind zur Eröffnung Vertreter aller beteiligten Vereine gekommen. Anja Schmidt von der Touristinformation trat ebenso in die Pedale wie Ernst Hörsken von der Forstbetriebsgemeinschaft, Maria Peterswerth von den Landfrauen Glane-Bad Ibrug, Gerhard Brinkmann vom Landvolk Bad Iburg, Friedel Stegemann vom Heimatverein Lienen und Lienens Ortslandwirt Karl Schomberg. Auch Lienens Bürgermeister Horst Murken und seine Stellvertreter Gerhard Schomberg und Reinhard Blömker radelten mit.

Inzwischen sind die rund 120 Radfahrer auf dem Hof von Friedrich Vogelsang in Ostenfelde angekommen. „Ostenfelde gehörte früher mal zu Lienen“, berichtet einer der Radfahrer seinem Begleiter, während die Gruppe den neuen Kuhstall des Milchbauern in Augenschein nimmt. Der Boxenlaufstall, so der Fachausdruck, ist Heimstadt von 56 Kühen. Die lassen sich von dem großen Andrang nicht aus der Ruhe bringen und kauen unbeeindruckt von dem, was vor ihrer Nase passiert, weiter ihr Futter. Gebannt lauschen die Besucher den Ausführungen von Friedrich Vogelsang, der über den Milchpreis und die Probleme der Landwirtschaft spricht. Zum Abschluss können die Besucher auf der Diele Milchprodukte probieren. Erste Gelegenheit zum Verschnaufen und zum gemeinsamen Gespräch. Zwischenzeitlich ist auch Bad Iburgs stellvertretender Bürgermeister, Hubert Boymann, eingetroffen.

Doch schon bald sitzen alle wieder auf ihren Rädern. Friedhelm Johannaber vom Hegering Lienen ist als nächster Referent an der Reihe. Vor der Kulisse eines Wildackers berichtet der Jäger über Hege und Pflege des Wildes und führt aus, dass die Jäger schützende Fachleute in der Natur seien. Friedhelm Johannaber nutzt die Gelegenheit und ermahnt alle Hundesbesitzer: „ Lassen sie ihren Hund in Feld und Wald bitte nicht frei herumlaufen“. Zum Abschluss verteilt er eine Tüte mit Sonneblumensamen an jeden Teilnehmer.

Informationen zu den Themen Windenergie durch Gerhard Brinkmann und zur Grenzgeschichte durch Friedel Stegemann folgen, ehe die Gruppe in der Abenddämmerung die letzte Station erreicht. Hier gibt Heike Pohlamnn Auskunft über ihre Lamas und Alpakas. Nach knapp vier Stunden und 15 Kilometern geht eine gelungene Eröffnungsveranstaltung zu Ende.

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