Lienen
Ungläubiges Kopfschütteln

Lienen-Kattenvenne. Ob sich die beiden Jungen im Klaren darüber gewesen sind, welch großer Gefahr sie sich ausgesetzt haben, als sie vor rund zwei Wochen im Gleisbereich des Kattenvenner Bahnhofs spielten...

Montag, 19.05.2008, 19:05 Uhr

Lienen-Kattenvenne. Ob sich die beiden Jungen im Klaren darüber gewesen sind, welch großer Gefahr sie sich ausgesetzt haben, als sie vor rund zwei Wochen im Gleisbereich des Kattenvenner Bahnhofs spielten, die Schienen mehrmals überquerten und zudem einen Güterzug mit Steinen bewarfen? Vermutlich nicht. Trotzdem: Der gefährliche Vorfall, der nebenbei auch noch zu einer gehörigen Verspätung im Bahnverkehr führte, sorgte im gesamten Dorf für Aufregung. Und nicht nur dort. Die Bundespolizeiinspektion Münster schaltete sich ein und ist auch jetzt – zwei Wochen später – intensiv um die Verhinderung weiterer solcher leichtsinnigen Ausflüge bemüht.

Und dieses ganz konkret. So waren die beiden Polizeihauptmeister Wolfgang Amberge und Norbert Giese den gestrigen Vormittag über in der Kattenvenner Grundschule zu Gast, um vor den Gefahren der Gleisanlagen und Bahnhöfe zu warnen. Denn fest steht: Bahnanlagen sind kein Abenteuerspielplatz. Das wiederholen die Beamten der Bundespolizeiinspektion Münster immer wieder – und das ist auch das Motto der Veranstaltung, mit der die Beiden in den Grundschulen der Region unterwegs sind.

Der Besuch in Kattenvenne und die Vorfälle im Bahnhof stehen in unmittelbarem Zusammenhang. Das betont auch Schulleiterin Ute Nordenkemper, die dankbar ist, über das Angebot der Bundespolizeiinspektion. „Wir haben es gerne wahrgenommen“, sagt sie. Warum, wird spätestens deutlich, wenn man den Worten der beiden Polizeihauptmeister lauscht, die in den beiden dritten und vierten Klassen Station machen. Unmissverständlich und dennoch unglaublich kindgerecht verdeutlichen die beiden Beamten, welche Gefahren von einem Zug ausgehen. So passiere ein ICE den Bahnhof Kattenvenne in der Regel mit einer Geschwindigkeit von bis 200 Stundenkilometern. Wenn dieser nun bremsen müsse, benötigte ein in der Regel etwa 120 Tonnen schwerer Zug einen Bremsweg von bis zu einem Kilometer. „Das ist etwa so lang wie die Strecke von der Schule bis zum Dorfkrug“, sagt Wolfgang Amberge und registriert bei den Schülern der dritten Klassen ungläubiges Kopfschütteln.

Es scheint, als habe kaum jemand geahnt, wie gefährlich das Spielen an den Bahnsteigen tatsächlich ist. Welche Gefahren von den Bahnsteigkanten, Gleisbetten, Schottersteinen und Hochspannungsleitungen ausgehen. Gebannt hängen die Mädchen und Jungen daher auch an den Lippen der beiden Polizisten. Und kurz bevor Wolfgang Amberge den 45-minütigen Unterricht bezüglich der Gefahren des Abenteuerspielplatzes Bahnanlage beendet, sagt er noch einmal: „Jedes Kind, das wir von Mutproben und unüberlegtem Handels rund um den Gleisbereich abhalten können, rechtfertigt unseren Einsatz.“ Wohl wahr. Hauptsache, die Schüler haben sich die Worte zu eigen gemacht. Aber angesichts der Gesichter scheinen die Beiden ihre jungen Zuhörer erreicht zu haben.

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