Lienen
Stadtpflanze schnuppert Landluft

Freitag, 25.07.2008, 19:07 Uhr

Lienen . Liebevoll streichelt sie eines der kleinen Kälber. Die Mutterkuh steht ruhig daneben und beäugt das Geschehen. Noémie Gilbert , die junge Frau mit dem dunkelgrünen Pullover und den schulterlangen Haaren, mag den Kontakt zu den Tieren. Was sie in Lienen erlebt hat, ist für die Frankokanadierin Natur pur. Auf dem Biolandhof der Familie Stegemann (Zum Wasserfall 10) hat sie zum ersten Mal richtige Landluft geschnuppert.

Insgesamt sieben Wochen hat die Kanadierin auf dem Hof verbracht. Eine Zeit, in der Noémie Gilbert nicht nur ungewöhnliche Eindrücke hat sammeln können, sondern auch neue Freundschaften geknüpft hat. Ihre Zeit in Lienen, da ist sie sich sicher, wird ihr in dauerhafter Erinnerung bleiben.

Und auch für ihre Gasteltern war es eine „schöne Zeit“. „Noémie ist eine einfühlsame und liebevolle Person“, charakterisiert Gastmutter Heike Stegemann ihren Schützling. Sie sei von Anfang an mit offenen Armen in die familiäre Gemeinschaft aufgenommen worden, betont die Gasttochter unterdessen. So hat sie Friedel Stegemann eigens mit der kanadischen Flagge begrüßt. Die hatte er kurzerhand am Fahnenmast im Garten gehisst.

Noémie Gilbert kommt, darauf legt sie viel Wert, aus Quebec , der Hauptstadt der gleichnamigen Provinz. Sehr zu ihrer Freude hat ihr Gastvater daraufhin die kanadische Flagge gegen die Fahne Quebecs ausgetauscht. Während diese im Wind flattert, berichtet Noémie über Quebec. Dort lebt sie gemeinsam mit ihrer Familie. Die 18-Jährige besucht das College. Musik und Sprachen mag sie besonders gern. Einen Bauernhof hatte die Frankokanadierin zuvor noch nie gesehen. Umso spannender gestaltete sich für sie die Arbeit auf dem Hof.

So durfte sie die Versorgung der vier Mutterkühe mit ihren Kälbern übernehmen, Heike Stegemann bei der Arbeit im Gemüsegarten und im Haus helfen. Besondere Freude hat den beiden Frauen das gemeinsame Kochen und Backen bereitet. „Wir haben beinahe jeden Tag gebacken“, erzählen sie mit einem Lächeln. Während Noémie auf diese Weise die westfälische Küche kennen gelernt hat, hat sie ihren Gasteltern im Gegenzug die kanadische Küche näher gebracht. „Einmal hat sie uns mit einem typischen Gericht aus Quebec überrascht“, schildert Heike Stegemann. Es gab Paté Chinois, ein Auflauf aus Kartoffeln, Hackfleisch und Mais.

Neben der Arbeit auf dem Hof, hat sie genügend Zeit gehabt, Lienen und das Umland zu erkunden. Die vielen Windkraftanlagen sind ihr dabei aufgefallen und auch die münsterländische Parklandschaft hat der Kanadierin „sehr gut gefallen“.

Gemeinsam mit ihren neuen Freundinnen Miriam Aust und Katharina und Christine Weniger hat Noémie Gilbert Münster, Tecklenburg und Ibbenbüren besucht.

Bevor sie endgültig die Rückreise antritt, will sich Noémie noch einiges von Deutschland anschauen. Hamburg, Berlin und München gehören zu ihren Reisezielen für die kommenden Wochen. Doch der Abschied von ihrer Gastfamilie fällt ihr schwer. „Es war sehr schön hier“, resümiert sie.

Mit Paul Bernhardt ist auf dem Hof eine weitere helfende Hand zu Gast. Einmal in der Woche kommt der 16-jährige Lienener auf den Hof, um bei den anfallenden Arbeiten mit anzupacken und so Heike und Friedel Stegemann zu unterstützen. „Es gibt immer Arbeit, die erledigt werden muss“, berichtet Heike Stegemann und fügt hinzu, „wenn man gemeinschaftlich arbeitet, macht es Spaß“. Bereits im April hat der Hauptschüler ein Praktikum auf dem Hof gemacht. Die Arbeit hat ihm so gut gefallen, dass er gefragt hat, ob er nicht weiterhin kommen kann.

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