Lienen
Ländergrenzen sollen nicht mehr trennen

Sonntag, 31.08.2008, 19:08 Uhr

Lienen . Einst Staatsgrenze zwischen Hannover/England und Preußen, heute Acker und Wiese. Am Postdamm stoßen die beiden Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen aneinander. Unsichtbar. Obwohl kein Schlagbaum vorhanden, sind die Kontakte zwischen hüben und drüber eher überschaubar. Das soll anders werden.

Den Anfang machen Landwirte, Landfrauen und Kommunalpolitiker. Auf Einladung des Ortsverbandes Bad Iburg/ Glane des Niedersächsischen Landvolks erkundeten 40 Westfalen und Niedersachsen gemeinsam den Grünen Pfad. Auf der Grenze – hier hat der Heimatverein Lienen vor Jahren Holzbänke und einen Tisch aufgestellt – gab es zunächst etwas Hochprozentiges. Gerd Brinkmann aus Glane („Wir wollen Kontakt zu den Nachbarn halten“) erinnerte an den Ostenfelder-Lienener Plaggenkrieg.

Vor Jahrhunderten hatten die Westfalen nach einem Scharmützel auf Schulte-Uffelages Wiese das Nachsehen – und Schussverletzungen. Doch das ist längst Geschichte. Heute kommt man sich nicht mehr in die Quere.

Anneliese Harde, Vorsitzende der Landfrauen Lienen und Kattenvenne, fand es schön, dass erstmals Iburger Ratsmitglieder nach Lienen fanden. „Herzlich willkommen“, rief sie ihnen zu. Sie erinnerte daran, dass der Grüne Pfad, der auch durch Glane verläuft, Verständnis für die Sorgen und Nöte der Landwirtschaft wecken solle.

Der Austausch über die Ländergrenzen hinweg soll in Zukunft intensiver werden. Dafür tritt Drago Jurak ein. Der Iburger Bürgermeister: „Wir können voneinander lernen.“ Gemeinsam soll etwas gemacht werden. Ein länderübergreifender Veranstaltungskalender, an dem zwölf Kommunen beteiligt sind, soll entstehen. Viel wichtiger ist dem hauptamtlichen Bürgermeister aus der Nachbarstadt jedoch die geplante Spargel-Schinken-Route: „Das wäre eine richtig gute Sache.“ Höfe und Gastronomiebetriebe könnten davon profitieren.

Gerd Schomberg, Lienens stellvertretender Bürgermeister, wies darauf hin, dass sich der Ausschuss für Kultur und Touristik damit beschäftigt habe. Der Rat werde bald eine Entscheidung treffen.

Der Ausflug endete auf dem Hof Wesselkock in Iburg-Glane. Dort wurde eine 300-Kilowatt-Hackschnitzelheizung besichtigt. Bei Bratwurst und Gesprächen endete eine ungewöhnliche Grenzland-Tour. Wiederholung nicht ausgeschlossen.

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