Lienen
Neuer Anlauf

Dienstag, 19.08.2008, 19:08 Uhr

Lienen . Der Landschaftsplan III „Lienen“ 1999 ist überarbeitet und an einigen Stellen moderat entschärft worden. Das zeichnet sich im neuen Entwurf ab. In den 24 Kommunen des Kreises haben erst zwei Landschaftspläne Rechtskraft erlangt.

Vertreter der Steinfurter Kreisverwaltung stellten während der jüngsten Sitzung des Umwelt-, Planungs- und Bauausschusses das Werk in Grundzügen vor. Eingearbeitet werden Vorgaben des Regionalplans (Natur- und Landschaftsschutzgebiete, das FFH-Gebiet im Teutoburger Wald und 72 Biotope). Entwicklungsziele sind die Erhaltung des Teutoburger Waldes, des Holperdorper Tals sowie der Lienener und Kattenvenner Heckenlandschaft. In Aldrup, Dorfbauer, in der Höster und Meckelweger Mark sowie im Kattenvenner Moor ist eine Anreicherung der Landschaft vorgesehen. Eine Pufferzone entsteht am südlichen Rand des Teutoburger Waldes (Lienener Osning).

Was ändert sich? „Wir geben keine flächenscharfe Vorgaben mehr“, sagt Ursula Sünkler von der Kreisverwaltung im Haus des Gastes . Stattdessen sind Korridore mit Maßnahmenkatalogen in Absprache mit der Unteren Landschaftsbehörde vorgesehen. Sünkler: „Alle Maßnahmen erfolgen in freiwilliger Kooperation.“

Festgesetzt werden acht Naturschutzgebiete und verschiedene Landschaftsschutzgebiete (Holperdorper Tal, Heckenlandschaft, Dorfbauerschaft).

„Bauen im Außenbereich“, so Heiner Bücker, Leiter des Kreis-Planungsamtes, „wird auch weiterhin schwierig bleiben.“ Dagegen erhalten Hofstellen besondere Entwicklungsmöglichkeiten. Eine zusätzliche Verschärfung werde es nicht geben.

Schnell drehte sich die Diskussion um die Abgrabungsindustrie. So gibt es beispielsweise eine Vereinbarung mit Dyckerhoff und Schencking. Die Landesregierung sieht im Teuto durchaus unterschiedliche Nutzungsinteressen. Auf der einen Seite das öffentliche Interesse am Erhalt der Landschaft, auf der anderen Seite gibt es für die Zukunft auch Optionsflächen für die Kalkindustrie.

Wie sieht die Kompensation für die Abgrabungsindustrie aus? Für einen Hektar Waldmeister-Buchenwald, wird dieser im Teuto in Anspruch genommen, muss ein Hektar Waldmeister-Buchenwald neu angelegt werden. Ferner sind drei Hektar Nadelwald umzubauen. Als Suchräume für solche Maßnahmen dienen das FFH-Gebiet „Nördlicher Teutoburger Wald und Intruper Berg“, der Kreis Steinfurt (beispielsweise das Steinfurter Bagno), das angrenzende Niedersachsen oder das Münsterland. Die Firmen erhalten ferner die Möglichkeit Ökokonten anzulegen und können so Vorsorge für spätere Erweiterungen treffen.

75 Prozent des Teutoburger Waldes werden unter Naturschutz gestellt, 25 Prozent sind als besonderes Landschaftsschutzgebiet vorgesehen (Option für Erweiterung der Steinbrüche). Teilweise kommt es auch zu jagdlichen Beschränkungen.

Bürgermeister Horst Murken konnte nicht verstehen, warum dem einfachen Bürger bei Bauabsichten im Außenbereich so viele bürokratische Steine in den Weg gelegt würden, während die Abgrabungsindustrie für zukünftige Abgrabungserweiterungen auf Ökokonten schon heute Ausgleichsflächen zur Kompensation ansparen könne.

Der Bauausschuss nahm die Informationen zur Kenntnis. Jetzt bleibt abzuwarten, welche Anregungen bei der öffentlichen Auslegung kommen.

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