Lienen
Grünkohl und gute Laune

Sonntag, 22.02.2009, 15:02 Uhr

Lienen - „So vull is et hier noch nie west.“ Friedel Stegemann schaute am Freitagabend im Haus Wittmann in eine große Runde von Heimatfreunden: Etwa 200 waren es, die der Vorsitzende des Heimatvereins zum Grünkohlessen begrüßte. Auf dem Speiseplan stand aber nicht nur das schmackhafte Wintergemüse, sondern allerlei köstliche Unterhaltung für die Gäste, die aus Lienen und auch aus Lengerich , Glane, Sentrup und Ostenfelde den Weg nach Höste gefunden hatten.

Zum Aperetif griffen die Jagdhornbläser St. Hubertus Lienen unter der Leitung von Walter Timpe zu ihren Instrumenten und eröffneten mit zünftigen Jagdsignalen und sogar einem Schunkelwalzer den geselligen Grünkohlabend. Mit viel Schwung und einer flotten Sohle gings weiter beim nächsten Gang des Wintermenüs: Die Square-Dance Gruppe „Lucky Lines“ aus Lengerich zeigte den Heimatfreunden zur Vorspeise, welcher Augenschmaus der Volkstanz in amerikanischer Variation sein kann: Da wirbelten die Beine, da flogen die Röcke. Das Publikum klatschte begeistert im Rhythmus mit.

Nach so viel Bewegung schmeckte der Grünkohl , den das Team Storll-Schröer in dampfenden Schüssel servierte, der großen Gästeschar natürlich besonders gut. Ein klares „Verdauungsschnäpsken“ durfte nicht fehlen, schließlich wurde für die Genießerschar der abwechslungsreiche „Nachtisch“ serviert. Wer sich angesichts eines liebevoll gedeckten Kaffeetisches auf der Bühne schon auf ein gemütliches „Köppken Kaffee“ nach dem guten Essen gefreut hatte, wurde von der plattdeutschen Sing- und Lesegruppe des Heimatvereins leider enttäuscht: „Kien Drüppen drin“ - die Gruppe hatte das Lied von der „eingetrockneten Kaffeekanne“ für den Heimatabend einstudiert.

Pech für die Kaffeetrinker, kein Problem für Kiepenkerl Gerd Schomberg, der für alle Lebenslagen einen passenden plattdeutschen Spruch in seiner großen Kiepe mitgebracht hatte: „Ne Mul vull Platt, dat is so fien, jüst äs Haudütschk, Griechisch un Latien.“

Kein Grünkohlessen des Heimatvereins Lienen ohne das Duo „Hannes und Friech“. Eine Extraportion fein gewürzter Spitzfindigkeiten servierten Hans Dieter Welp und Friedel Stegemann als „Sahnehäubchen“ zum krönenden Abschluss in einem launigen Vortrag. Sie berichteten „Neues aus dem Landboten“, sinnierten über den Bau der Südumgehung, und den Kreisverkehr als Kattenvenner „Hai-lait“, der doch eigentlich schon zum Lengericher Hoheitsgebiet gehört. „Die Lengericher sagen besten Dank für die Eisenbahn“, zwinkerte Hannes, und das Duo war sich einig: Ein neuer „Schnathgang“ muss her, der die Grenze zwischen Lienen und Lengerich klärt. Darauf einen Wacholder und ein Prosit auf die „Grünkohl-Agenda 2010“.

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