Lienen
Holzhackschnitzel aus Wallhecken

Freitag, 26.03.2010, 22:03 Uhr

Lienen - In den vergangenen Monaten haben sich Rat und Verwaltung mit Unterstützung eines externen Planungsbüros intensiv mit der zukünftigen Beheizung der Grund- und Hauptschule in Lienen, der Verwaltungsgebäude sowie verschiedener anderer gemeindlicher Gebäude beschäftigt.

Anlass für diese Diskussion war der als notwendig erkannte Austausch der in die Jahre gekommene 30 Jahre alte Elektrospeicherheizung in der Hauptschule, heißt es in einer Mitteilung der Gemeindeverwaltung. Aktuelle Bedeutung bekam dieses Thema durch die Mittel aus dem Konjunkturpaket II.

Der Rat hat - wie berichtet - entschieden, die bereitgestellten Mittel von rund 250 000 Euro für den Förderbereich „Energetische Maßnahmen in Bildungseinrichtungen“ für die Erneuerung der Heizung zu verwenden. Konzeptionell sollten neben wirtschaftlichen Lösungen auch ökologische Aspekte berücksichtigt werden.

Bei den Vorplanungen für dieses Projekt wurde die Frage geprüft, ob die Turnhalle oder andere im Umfeld liegende öffentliche Gebäude in das Konzept mit einbezogen werden könnten.

Die Berechnungen des Fachplaners hätten ergeben, dass zwei kleinere Nahwärmekonzepte wirtschaftlicher seien als ein großer Verbund. Dieses Ergebnis resultiere vor allem aus den hohen Kosten für die Verbundleitung, der technischen Einbindung der vorhandenen Gasbrennwertkessel in der Turnhalle und der Grundschule für die Spitzenlastabdeckung und den Wärmeverlusten auf der rund 380 Meter langen Leitung.

Daneben war die Frage zu klären, mit welchen Energieträgern die Wärme erzeugt werden soll. Da Lienen mit mehreren hundert Kilometern privaten und öffentlichen Wallhecken als Pilotgemeinde für das auf Kreisebene mit verschiedenen Akteuren entwickelte Wallheckenkonzept ausgewählt wurde, lag es nahe, dass neben Gasbrennwerttechnik auch eine Beheizung mit Holzhackschnitzel untersucht wurde, schreibt die Verwaltung.

Diese lokal produzierten Holzhackschnitzel können ohne große Anfahrtswege kostengünstig und CO²-neu­tral für die Beheizung der öffentlichen Gebäude verwendet werden. Auch von der Energieagentur NRW werde diese Kombination befürwortet, vor allem weil dieser lokal produzierte Energieträger nach Ansicht der Agentur nicht den Preisschwankungen der übrigen Energieträger unterliegen wird.

Die planmäßige Bewirtschaftung der Wallhecken habe zudem den touristischen Vorteil, dass diese wichtigen Bestandteile für die Münsterländische Parklandschaft auf Dauer gepflegt und erhalten werden. Dieses fördere den Tourismus und die Attraktivität Lienens als Erholungsort für Radfahrer und Wanderer, die über Straßen und Wege mit begleitenden Wallhecken die Schönheit der Landschaft erfahren können.

Ein weiterer Aspekt der kontinuierlichen Pflege sei der Landschafts- und Naturschutz. Insbesondere durch die Vielzahl der vorhandenen Wallhecken seien 70 Prozent des Gemeindegebietes im Landschaftsplan III - Lienen-- als landschafts- und naturschutzwürdig eingestuft. Die Erhaltung der Wallhecken trage dazu bei, die Landschaft kleinräumig zu gliedern und Rückzugs- und Lebensraum für zahlreiche Tiere, die teilweise vom Aussterben bedroht sind, zu bieten.

Über diese vielfältigen Aspekte, die das Projekt „Heizung mit Holzhackschnitzel“ berührt, soll die Öffentlichkeit informiert werden. Dazu sei bei der geplanten Errichtung der geplanten Heizzentrale im alten Feuerwehrhaus eine Besichtigungsmöglichkeit und eine Führung für Interessierte vorgesehen. Das Projekt sei daher auch für das geplante Leader-Projekt „Energiepfad Tecklenburger Land“ vorgesehen, um eine kostengünstige, umweltschonende und -schützende Wärmeerzeugung einer möglichst breiten Öffentlichkeit zu präsentieren.

Dem mit der Wärmeerzeugung begonnenen Schritt zum nachhaltigen Schutz der Umwelt und der Ressourcen sollen in den nächsten Jahren weitere Schritte wie Initiativen zur verstärkten Nutzung der Solar- und Photovoltaiktechnik, der Biogasgewinnung und weiterer energiesparender Maßnahmen folgen.

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