Lienen
Preis für Silphie und Robinson

Dienstag, 07.06.2011, 20:06 Uhr

Lienen - Sie kennen Silphie nicht? Das ist keine Bildungslücke . Es sei denn, Sie sind Mitglied der AckerGiganten Tecklenburger Land. Die wissen, was es mit Silphie auf sich hat. Es ist kein Frauenname, sondern die Bezeichnung für eine Pflanze. Silphium perfoliatum heißt sie lateinisch, gehört zur Familie der Korbblütler und wird im nächsten Jahr in Kattenvenne angebaut. Vom Verein. „Wir werden Setzlinge setzen“, erläutert Pasqual Stille . Säen ging auch, aber „das ist schwierig“, so der Vorsitzende der AckerGiganten.

200 Euro für die kleinen Silphie-Pflanzen hat der Verein in diesen Tagen auf dem Konto. Das Geld kommt aus dem Topf für den Klimapreis, den die Rheinisch-Westfälischen-Elektrizitätswerke ( RWE ) für die Gemeinde Lienen aufgelegt haben. Insgesamt hat der Energiekonzern 1000 Euro bereit gestellt. Wenig für so ein Riesenunternehmen, möchte man meinen. Doch jede Konzessionskommune erhält Geld für einen Klimapreis.

In Lienen hat eine sechsköpfige Jury die AckerGiganten als Preisträger ausgewählt. Ebenfalls ausgezeichnet wird die ökumenische Ferienfreizeit Lienen. „Nachhaltig leben - Bewahrung der Schöpfung“: Dieser Ansatz, seit zehn Jahren im Ferienlager mit einem Robinson-Tag umgesetzt, ist dem Gremium 800 Euro wert.

Bei der Verleihung der Urkunden (das Geld wird auf die Konten überwiesen) freuen sich die so Geehrten. Dass die Silphie erst im nächsten Jahr angebaut wird, hat Pasqual Stille schnell erklärt: „Das Saatgut ist knapp.“ Die alte Kulturpflanze stammt aus Ostdeutschland. Zum Pflanzen und Pflegen werden historische landwirtschaftliche Geräte eingesetzt. Das versteht sich bei dem Verein von selbst. Pestizide, Fungizide? „Alles nicht erforderlich“, nennt der Vorsitzende eine weitere Besonderheit der Silphie. Genutzt werden soll sie als Futter- und Silagepflanze für Schafe. Der Einsatz als Energieträger für Biomasse-Heizwerke ist ebenfalls möglich, von den AckerGiganten aber bewusst nicht gewollt.

Zurück zur Natur, so hört sich die Beschreibung des Robinson-Tages durch Wolfgang Kaufmann an. Im sauerländischen Brenken werden die rund 130 Kinder und Jugendlichen in die Natur entlassen. Sie suchen sich einen Platz zum Übernachten (nur mit Schlafsack, ohne Zelt), versuchen sich im Fangen von Forellen und anderen Fische im Flüsschen Alme, begeben sich auf eine Umwelt-Rallye mit 14, 15 Stationen und säubern dabei auch die Umwelt von Müll.

„Das ist alles mit den Landwirten besprochen“, nennt der Ferienfreizeit-Organisator einen wichtigen Aspekt. Ziel ist es, das Bewusstsein zu wecken, dass jeder für die Bewahrung der Schöpfung verantwortlich ist. „Das kann man nicht aus Bücher entnehmen, sondern nur durch authentisches Erleben erfahren“, ist sich Wolfgang Kaufmann sicher.

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