Zwei Ortsjubiläen feiern
Kattmanns Kamp spielt eine wichtige Rolle / Sanddünen prägen die Landschaft

Lienen-Kattenvenne -

Erste urkundliche Erwähnung vor 700 Jahren und 150 Jahre Dorf Kattenvenne. Gleich zwei Jubiläen könnten gefeiert werden. Historische Aufzeichnungen scheinen das jedenfalls herzugeben.

Dienstag, 27.12.2011, 11:12 Uhr

Ortsjubiläen sind generell problematisch.“ Das meint Christoph Spannhoff in einem WN-Beitrag mit Blick auf das Kattenvenner Jubiläum im nächsten Jahr. Er fährt fort: „Die erste urkundliche Erwähnung des Namens ist zumeist rein zufällig überliefert.“ Der Verfasser räumt ein, dass ein urkundlich genannter Ort viel älter sein kann oder ist. Und: „Jubiläen haben ihre eigentliche Funktion darin, den Bewohnern die Geschichte ihres Ortes bewusst zu machen.“

Das dürfte wohl heißen, die geschichtlichen Zusammenhänge eines Ortes zur Kenntnis zu bringen und mit dem eigenen Leben zu verknüpfen.

Die Kattenvenner könnten 2021 ein echtes Ortsjubiläum feiern. Seit 140 Jahren gibt es Kattenvenne als Ortschaft. Es liegt nahe, in zehn Jahren einen runden Geburtstag zu begehen. Am 1. September 2021 wären Ort und Bahnhof 150 Jahre alt. 2012 könnte es wegen der urkundlichen Erwähnung der Flur Kattenvenne eine Vorfeier geben.

Die Urkunde vom 2. September 1312 betrifft in ihrer geschichtlichen Aussage die Flur Kattenvenne. Daran hängen die Gemeinden Lienen, Lengerich, Ladbergen und Ostbevern. In Ladbergen und Ostbevern liegt der in der Urkunde erwähnte „ Kamp “ – heute Kattmanns Kamp. Er ist ein Teil der Kattenvenner Flur und wird deshalb „Cattenvennes Camp“ genannt. Die Adelsfamilie von Langen richtete den Kamp ein.

Warum wurde ein Kamp eingerichtet?

► Es ging um einen Mästkampf. Dieser war ein Waldstück, in dem überwiegend Eichen und Buchen wuchsen. Eicheln und Bucheckern dienten zur Schweinemast. Ein solches Waldstück heißt Mäsholt, Maesholt, Mesholt oder Meskamp.

► Es ging um einen Holtkamp. Weil zu viel Brennholz geschlagen wurde, gab es viel zu wenig Bauholz. Das sollte der Holtkamp liefern.

Im Namen Kattenvenne sind zwei Wortteile enthalten: Gatt/Katt und Venne. Beide bedeuten Vertiefung oder Einschnitt. Der Berliner Wannsee hat die gleiche Sprachwurzel wir das Venn. Es ist ein Wasserloch in einer Sanddünenlandschaft. Die Kattenvenner Flur war ein Gebiet, das Sanddünen prägten. Dazwischen befanden sich Bäche und Altarme. In vielen Dünentälern bildeten sich mehr oder weniger große Wasserlöcher. Das Frühjahrshochwasser aus dem Teutoburger Wald veränderte diese Landschaft regelmäßig.

Kattmanns Kamp hieß ursprünglich Katt-Meskamp – also ein Mästkamp mit vielen wassergefüllten Vertiefungen. Kattmes heißt auf Plattdeutsch auch Kattmanns. Die Endung -manns lautet auf Platt -mes. Ein Hof Kattmann ist nie Eigentümer von Kattmanns Kamp gewesen.

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